EXPERTEN

13:24 | 12.07.2018
Helaba – Marktkommentar Aktien: Weitere Eskalation des Handelsstreits belastet

Mit der Ankündigung seitens der US-Regierung, weitere Waren aus China
darunter Lebensmittel, Textilien, Chemikalien, Metalle und elektrische
Geräte) mit einem Volumen von rund 200 Mrd. USD mit Strafzöllen belegen
zu wollen, gerieten die Börsen erneut ins Taumeln. Der DAX gab gestern
um 1,53 Prozent auf 12.417,13 Punkte ab, nachdem am Vortag noch ein Hoch
bei 12.640 Punkten markiert wurde. Etwas überrascht über die Reaktionen
der Börsen konnte man jedoch sein, denn diese Hausnummer beziehungsweise
derartige Absichten standen bereits vor rund vier Wochen im Raum.
Allerdings wurde zuletzt häufig augenscheinlich, dass potenzielle
Probleme von den Märkten zunächst ausgeblendet wurden. Obwohl die
chinesische Seite in einer ersten Reaktion auf die neuerliche
Strafzollankündigung bemüht war Fassung zu bewahren, man werde
angemessen reagieren hieß es, droht im Handelsstreit dennoch eine
weitere Eskalationsstufe erreicht zu werden.
Charttechnik
Die Unterstützung in Form einer Strukturprojektion bei 12.427 Zählern
erwies sich gestern weitestgehend als tragfähig. Hingegen unterstreicht
der neuerliche Rutsch unter die für den tertiären Trend relevante
21-Tagelinie (12.527) die Annahme, dass es sich bei der letzten
Aufwärtsbewegung lediglich um eine Erholung handelte. Der Rutsch unter
eine Strukturprojektion (12.472) sowie unter die 144er Regression
12.448) lassen die Wahrscheinlichkeit für weitere Rücksetzer nochmals
größer werden. Zudem steht der Abschluss einer negativen
Fortsetzungsformation im Raum, deren untere Begrenzung gestern bereits
durchbrochen wurde. Für eine höhere Prognosesicherheit gilt es jedoch
einen weiteren, darunterliegenden Schlusskurs abzuwarten, denn gemäß der
anzuwendenden Kurszielformel würde das weitere Rückschlagpotenzial
immerhin rund 1.000 Indexpunkte betragen.


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