EXPERTEN

13:37 | 21.04.2017
Helaba – Marktkommentar Renten: Bund-Future: Trading-Range: 162,00 – 163,40

– US-Regierung will in Kürze Steuerpläne vorlegen, Verabschiedung Ende 2017.
– Kuroda (BoJ): Kein klarer Preisauftrieb erkennbar, Fortsetzung lockere Geldpolitik.

Der letzte Tag der Woche steht im Zeichen der vorläufigen
Einkaufsmanagerindizes in Frankreich, Deutschland und der Eurozone. Die
Vorgaben vonseiten der sentix- und ZEW-Umfragen sind positiv. Letztere
überraschte mit deutlichen Anstiegen der Erwartungs- und Lagekomponente.
Allerdings gilt zu berücksichtigen, dass die Einkaufsmanagerindizes
bereits sehr hohe Niveaus aufweisen. Darüber hinaus wird deutlich, dass
in den USA der von Präsident Trump verursachte, massive Stimmungsanstieg
bereits korrigiert. Vor diesem Hintergrund halten wir leichte Rückgänge
für möglich, letztlich dürfte aber eine Fortsetzung der freundlichen
Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal angezeigt werden. Für die
Europäische Zentralbank gibt es mit Blick auf die Ratssitzung in der
kommenden Woche aber keinen Grund, die Forward Guidance anzupassen.
Vielmehr lassen Äußerungen diverser EZB-Vertreter und der Rückgang der
EWU-Kernteuerung darauf schließen, dass der Tenor beibehalten wird,
wonach die Leitzinsen bis nach Beendigung des Anleihekaufprogramms nicht
erhöht werden. In den USA stoßen die Eigenheimverkäufe auf Interesse.
Diese weisen mit Werten um annualisiert 5,5 Millionen ein solides Niveau
auf. Bei einer gleichbleibenden Verkaufstätigkeit würden nur 3,8 Monate
verstreichen, bis alle angebotenen Häuser veräußert sind. Dieser Wert
ist sehr niedrig. Der Immobilienmarkt ist in einer robusten Verfassung
und die Vorgaben vonseiten der schwebenden Hausverkäufe sind positiv.
Insofern dürfte das Wachstumsszenario in den USA mit den heutigen Zahlen
bestätigt werden.

Bund-Future: Die Korrektur am Rentenmarkt hat sich im Zuge einer
nachlassenden Risikoaversion fortgesetzt. Dazu beigetragen haben
Umfragen zu den französischen Präsidentschaftswahlen, wonach Kandidat
Macron schon in der ersten Wahlrunde vor der rechtsextremen Le Pen
liegt. Der Future notierte im Tief bei 162,52. Damit wurde der seit März
bestehende Aufwärtstrendkanals kurzzeitig unterschritten. Die nächsten
Haltemarken sind im Bereich 161,98/162,02 zu finden. Hier liegen jüngste
Tiefs und das 38,2 %-Retracement des Aufwärtsimpulses von März bis
April. Trading-Range: 162,00 – 163,40.

Primärmarkt: Kurz vor dem Wochenende und der mit Spannung erwarteten
Präsidentschaftswahl in Frankreich stehen keine Auktionen im Kalender.
Der Blick auf die Folgewoche zeigt eine rege Emissionsaktivität. Aktiv
werden unter anderem Deutschland, die Niederlande, Belgien und Italien,
wobei letztere im Laufe des heutigen Tages die entsprechenden Details
bekanntgeben werden. Falls auch Portugal den regulären Auktionstermin am
kommenden Mittwoch nutzen möchte, müsste heute ebenfalls eine
Ankündigung erfolgen.

Der Markt hat die gestrigen umfangreichen Auktionen gut aufgenommen. Das
spanische Tesoro bewegt sich mit einer Mittelaufnahme von knapp 5 Mrd.
EUR in der Mitte der vorab avisierten Spanne. Die 10-jährige
Benchmarkanleihe wurde zu 1,68 % zugeteilt, 7 Bp. mehr als vor zwei
Wochen. Noch vor einem Monat wurden am Sekundärmarkt Werte von knapp
unter 1,9 % gemessen.

Auch die französischen Papiere konnten problemlos und mit hohen
Überzeichnungsquoten platziert werden, wobei der reduzierte Umfang von
lediglich zwei konventionellen OATs mit einem Zielwert von maximal 5,5
Mrd. EUR sicher eine Rolle gespielt haben dürfte. Die französische
Schuldenagentur AFT musste im Fall der OAT 2022 eine Rendite von 0,09 %
bieten. Dies ist gegenüber der letzten Auktion Mitte März sogar ein
Rückgang um 9 Bp. Zu diesem Zeitpunkt sorgten politische Unsicherheiten
wie die unmittelbar bevorstehende Wahl in den Niederlanden, die ohnehin
omnipräsente Frankreichwahl sowie der Türkei-Konflikt dafür, dass
Renditen im gesamten EWU-Raum zyklische Höchstwerte erreichten. Mit den
aktuellen französischen Wahlumfragen, die Emmanuel Macron knapp vor
Marine Le Pen sehen, hat sich der OAT/Bund-Spread zuletzt etwas
zurückgebildet. Er liegt mit 71 Bp. aber noch immer deutlich über seinen
Pendants in den Niederlanden (24 Bp.) oder Österreich (21 Bp.).


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