EXPERTEN

12:34 | 17.05.2018
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 157.43-158.50, Tendenz freundlich

Die Schrumpfung der japanischen Wirtschaft im ersten Quartal wurde als
vorübergehende Schwächephase abgetan. Deutlich sensibler reagierten die
Finanzmärkte allerdings auf die Forderung der möglichen neuen
Regierungskoalition Italiens, 250 Mrd. Euro aus Anleihen, die von der
EZB gekauft wurden, zu erlassen.
Die Aktienbörsen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Verschärfung des
Korea-Konfliktes und dem nachgebenden Eurokurs. Die Anleger haben den
Kampf um die Marke von 13.000 im Dax noch nicht aufgegeben.
Staatsanleihen bester Bonität profitierten hingegen vom Ausverkauf
italienischer Zinspapiere, konnten aber vor dem Hintergrund beständig
steigender US- Renditen ihre Gewinne nicht ins Ziel retten.
Bundesanleihen erfreuten sich mit steigender Risikoaversion lebhafter
Nachfrage. Gesucht waren vor allem kurze und mittlere Fälligkeiten,
lange Laufzeiten fielen von ihren Höchstständen deutlich zurück. Die
Aufstockung der 10-jährigen Anleihe traf auf lebhaftes Interesse. Der
Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln weitete sich marginal
auf 68 BP aus. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.84 %) und Belgien
0.87 %) verloren auf Bunds 1-2 BP.
Anleihen aus der EU- Peripherie litten unter dem Entwurf des
italienischen Koalitionsvertrages. BTPs starteten mit deutlichen
Verlusten, die im Handelsverlauf immer größer wurden. Anleger zeigten
sich extrem verschreckt und trennten sich von Titeln aller
Laufzeitsegmente. Andere Mittelmeeranrainer konnten sich dem Druck nicht
entziehen. In der Kasse behielten Verkäufer klar die Oberhand. Der
Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer Bonds (2.11 %) weitete sich
gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 19 BP aus, spanische (1.40 %
und portugiesischer Anleihen (1.78 %) büßten 10 BP ein. Die heutige
Versteigerung neuer 5-jähriger SPGBs sowie Aufstockung von 8- und
10-jährigen Titeln wird jetzt zu einer echten Bewährungsprobe für die
Peripheriemärkte.
Am US- Bondmarkt setzte sich der Renditeanstieg nach einem halbherzigen
Erholungsversuch mit unveränderter Dynamik fort. Zinserwartungen wurden
durch widersprüchliche Konjunkturdaten nicht in Frage gestellt. Zwar
belasten steigende Zinsen den Bausektor, gute Produktionszahlen (0.7 %)
zeugen aber von einem intakten Wachstumsszenario. Der Abstand zwischen
5- und 30-jährigen Treasuries weitete sich auf 28.5 BP aus. In Fernost
tendieren US-Treasuries angesichts gemischter Vorgaben von den
asiatischen Aktienbörsen wenig verändert.
Bund- (158.09) und Bobl- Kontrakt (130.89) legten 26 bzw. 17 Stellen zu,
der Schatz (111.915) ging 4 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der
10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.61 %, der Renditeabstand zwischen
2-und 10-jährigen Bundesanleihen verringerte sich um 1 ½ auf 118 BP.
10-jährige US- Treasuries rentieren 3 BP höher bei 3.10 %. Der
Euro verbilligt sich auf 1.182 Dollar, der Preis für das Barrel Öl
steigt auf 71.7 Dollar.
An der Datenfront geht der Blick heute nach Übersee. Wie nach dem
Einbruch des japanischen BIP im ersten Quartal nicht anders zu erwarten,
sind im März deutlich weniger Aufträge für Kernmaschinen (-3.9
%/-2.4 %) im Land der aufgehenden Sonne eingegangen. In den Vereinigten
Staaten erlaubt der Philadelphia-Fed- Index (21 nach 23.2) einen
nächsten Blick auf die Stimmung beim verarbeitenden Gewerbe in einem
zweiten Fed- Distrikt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (215K)
komplettieren den Datensatz.
Am Primärmarkt versteigert Frankreich 3-und 5-jährigen OATs sowie
mehreren OAT- Linker im Volumen von insgesamt 8.5 Mrd. Euro.
Gleichzeitig begibt Spanien eine neue 5-jährige Anleihe und stockt
8-sowie 10-jährige SPGBs um zusammen bis zu 5 Mrd. Euro auf.
Eine neue 8-jährige BTP Italia geht in die 2. Zeichnungsphase, 7 Mrd.
Euro sollen zusammengetragen werden. Das Land Schleswig-Holstein
emittierte eine 5-jährige Anleihe im Volumen von 500 Mio. Euro bei
Midswap -20 BP. Das amerikanische Schatzamt bietet 10-jährige TIPS im
Volumen von 11 Mrd. USD an.
Technik:
Der Bund-Future startete einen Erholungsversuch, konnte die Gewinne aber
nicht komplett verteidigen und schloss (158.09) 26 Stellen über
Vortagsniveau. Die negative Ausgangslage im Tageschart hat sich nicht
verändert. Auf Wochensicht mahnen Indikatoren zur Vorsicht.
Unterstützungen liegen bei 157.84 (Tief v. 16.05.), 157.74 (Tief
v.26.04.), 157.61 Tief v. 15.05.), 157.43 (Tief v. 24.04.), 157.16 (50
%- Retracement von 154.62 bis 159.69), 156.88 (Tief v.09.03.) und 156.56
(61.8 %).
Widerstände sehen wir bei 158.17 (Hoch v.15.05.), 158.31 (Trend),
158.50 (Hoch v. 16.05.), 158.79 (Tief v. 11.05.), 159.01 (Hoch v. 14.05.
, 159.16 (Hoch v. 11.05.), 159.25 (Hoch v. 10.05.) und 159.42 (Hoch v.
07.05.).
Unterstützungen 157.84 157.61 157.43
Widerstände 158.31 158.50 158.79


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