EXPERTEN

11:49 | 14.07.2017
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 160.83-162.27, Tendenz leichter

Wie fragil die Lage derzeit ist verdeutlicht die Begründung für den
plötzlichen Stimmungsumschwung an den internationalen Bondmärkten. Das
Wall Street Journal berichtet, die EZB werde bei ihrer Sitzung am 7.
September den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik signalisieren.
In diesem Zusammenhang wird die Ankündigung von EZB- Präsident Draghi
gesehen, der erstmals seit drei Jahren wieder am Notenbanktreffen in
Jackson Hole im August teilnehmen wird. Dort soll er laut WSJ die Pläne
vorstellen.
Jedenfalls genügte der Artikel, den Kursanstieg abrupt abzubremsen. Die
Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg am Ende um 2 BP an, nachdem
sie im frühen Geschäft noch um 4 BP gesunken war. Der Abstand zwischen
10- und 30-jährigen Bundestiteln verringerte sich auf 73.5 BP. Der
Renditeabstand 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0.88 %) und Belgien
0.875 %) ermäßigte sich gegenüber Bunds um knapp einen BP.
An den Bondmärkten der EU- Peripherie war es ebenfalls schnell mit der
Herrlichkeit vorbei. Am Vormittag noch gut nachgefragt, verloren
Anleihen aus Südeuropa im Verlauf deutlich an Boden. Die Versteigerung
in Italien erforderte Zugeständnissen und sorgte für zusätzlichen Druck.
Der Risikoabstand 10-jähriger spanischer (1.69 %), portugiesischer
3.13 %) und italienischer Bonds (2.31 %) weitet sich gegenüber
vergleichbaren Bundesanleihen um 3, 5 bzw. 5 BP aus.
Am US- Bondmarkt sind die Renditen trotz nur moderater Kernteuerung
wieder gestiegen. Erzeugerpreise lagen im Juni (0.1 %/2 %; Kernrate 0.2
%/1.9 %) im Rahmen der Erwartungen. In Fernost tendieren US- Treasuries
infolge geringer Ausschläge an den Aktienbörsen seitwärts.
Der Bund- Kontrakt (161.29) verlor 12 Stellen, Bobl (131.61) und Schatz
111.93) gingen 6 bzw. einen Tick niedriger aus dem Markt. Die Rendite
der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.60 %, der Renditeabstand
zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen vergrößerten sich auf 121 BP.
10-jährige US- Treasuries rentieren 3 BP höher bei 2.34 %. Der Euro
verbilligt sich leicht auf 1.14 Dollar, der Preis für das Barrel Öl
fällt auf 45.5 Dollar.
Nach den doch sehr gemäßigten Aussagen von Janet Yellen vor dem Kongress
stehen Preisdaten unter besonderer Beobachtung. Ein erhöhter Preisdruck
dürfte sich aber auch aus den Verbraucherpreisen (0.1 %/1.7 %) nicht
ableiten lassen. Die Kernrate wird sich trotzt eines kleinen monatlichen
Anstiegs (0.2 %/1.7 %) deutlich unter dem Inflationsziel der US-
Notenbank von 2 Prozent etablieren. Dagegen stützen Industrieproduktion
0.3 %) und Einzelhandelsumsätze (0.1 %; ex Auto 0.2 %) die unverändert
robuste wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Die Umfragen der
University of Michigan zum Verbrauchervertrauen im Juli (95 nach 95)
runden den Datenkranz ab.
Spannend ist auch die Frage, wie gut es den US- Finanzinstituten geht.
Heute veröffentlichen die Großbanken JPMorgan Chase, Citigroup und Wells
Fargo ihre Quartalsberichte. Goldman Sachs folgt am kommenden Dienstag.
Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer
Schuldner geplant. Die kommende Woche startet mit der Versteigerung der
29-jährigen Bund im Volumen von 1 Mrd. Euro. Spanien und Frankreich
runden das Angebot ab. Großbritannien bietet 6-jährige Gilts im Volumen
von 2.75 Mrd. GDP an. Das Land Niedersachsen begab eine
Landesschatzanweisung mit Fälligkeit Februar 2020 im Volumen von 500
Mio. Euro bei Midswap -27 BP.
Technik:
Der Bund-Future geriet nach freundlichem Start stark unter Druck und
schloss (161.29) 12 Stellen unter Vortagsniveau. Die Indikatoren im
Tageschart sind unverändert negativ zu werten, Stabilisierungstendenzen
sind jedoch auszumachen. Auf Wochenbasis bleibt die Lage angespannt.
Widerstände sehen wir bei 161.63 (Trend), 161.92 (Hoch v. 13.07.),
162.06 (Tief v. 29.06.), 162.27/32 (38.2 %- Retracement von 165.44 bis
160.31/Hoch v. 03.07.), 162.60 (Hoch v. 30.06.) und 162.88 (50 %).
Unterstützungen liegen bei 161.02 (Tief v.13.07.), 160.83 (Tief v.
12.07.), 160.73 (Hoch v. 07.07.), 160.44 (Tief v. 10.07.), 160.31 (Tief
v. 07.07.) und 160.17 (Tief v. 14.03.).
Unterstützungen 161.02 160.83 160.31
Widerstände 161.63 161.92 162.27


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