EXPERTEN

10:59 | 17.07.2017
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 160.87-161.92, Tendenz leichter

Die US- Großbanken haben im zweiten Quartal teilweise mehr als erwartet
verdient und hievten die Aktienindizes auf neue Rekordstände. In Europa
hielten sich Anleger wegen des Feiertages in Frankreich und mit Blick
auf die in dieser Woche anstehende Notenbanksitzung zurück.
Bundesanleihen knüpften an die schwächere Verfassung des Vortages an und
litten im Handelsverlauf zusehends unter Gewinnmitnahmen. Trotz relativ
hoher Volatilität blieben die Umsätze in der Kasse vernachlässigbar.
Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln verringerte sich
auf 73 BP. Der Renditeabstand 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0.85 %)
verringerte sich gegen vergleichbare Anleihen aus Belgien (0.86 %) um
einen BP. Das französische Schatzamt kündigte an, am kommenden
Donnerstag 3- und 5-jährige Papiere um bis zu 7.5 Mrd. Euro aufstocken
zu wollen.
Anleihen der EU- Peripherie waren dagegen besser gesucht und machten zum
Wochenschluss einen Teil der Vortagsverluste wieder wett. Spanien wird
in dieser Woche Papiere mit Fälligkeiten Januar 2021, April 2022 und
Oktober 2027 begeben. Der Risikoabstand 10-jähriger spanischer (1.63 %),
portugiesischer (3.09 %) und italienischer Bonds (2.28 %) engte sich
gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 3, 1 bzw. 1 BP ein.
Am US- Bondmarkt sind die Renditen angesichts nur moderater Kernteuerung
nicht weiter gestiegen. Ein erhöhter Preisdruck lässt sich aus
Verbraucherpreisen (0.0 %/1.6 %) nicht ableiten. Die Kernrate stagnierte
trotzt eines kleinen monatlichen Anstiegs (0.1 %) zum Vorjahr (1.7 %).
Wenig überzeugende Einzelhandelsumsätze (-0.2 %; ex Auto -0.1 %) und
niedrigere Umfragewerte der University of Michigan zum
Verbrauchervertrauen im Juli (93.1 nach 95) standen robusten
Produktionszahlen (0.4 %) gegenüber und lassen insgesamt keine neuen
Zinsängste aufkommen. Der Präsident der Fed von Dallas, Kaplan, glaubt,
dass die Notenbank bereits im September mit dem Abbau der Bilanz
beginnen könne.
Wegen eines Feiertages in Japan liefern US- Treasuries keine Vorgaben
aus Fernost. Die asiatischen Aktienbörsen tendieren nach guten
Konjunkturdaten aus China freundlich. Wachstumszahlen des 2. Quartals
6.9 %) und Industrieproduktion im Mai (7.6 %) übertrafen die
Erwartungen.
Der Bund- Kontrakt (161.07) verlor 22 Stellen, Bobl (131.47) und Schatz
111.915) gingen 14 bzw. 1 ½ Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite
der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.60 %, der Renditeabstand
zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen vergrößerten sich auf 121 BP.
10-jährige US- Treasuries rentieren einen BP niedriger bei 2.33 %. Der
Euro klettert auf 1.146 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf
46.7 Dollar.
In dieser Woche dominieren Stimmungsindikatoren den Datenfluss. Der
Empire-State-Index (15 nach 19.8) vermittelt einen ersten Eindruck, wie
es um die Lage im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York im Juli
bestellt ist. Der Philly- Fed- Index liefert in der zweiten Wochenhälfte
Vergleichszahlen für den Distrikt Philadelphia, Baubeginne- und
Genehmigungen komplettieren den Datenkranz.
Nennenswerte marktbewegende Daten sind auch hierzulande rar gesät.
Erwähnenswert sind sicherlich die ZEW- Umfrage sowie Preisdaten und
Einzelhandelsumsätze aus Großbritannien.
Das Hauptaugenmerk richtet sich aber auf die Sitzung der EZB am
Donnerstag. Mit der Ankündigung Draghis, am Notenbanktreffen in Jackson
Hole Ende August teilnehmen zu wollen, verstärken sich die Sorgen, er
könne diese Plattform zur Vorstellung einer geldpolitischen Kursänderung
nutzen. Sicherlich wird die Normalisierung der Geldpolitik ein wichtiges
Thema im Rat sein, Entscheidungen werden jedoch noch nicht erwartet.
Bestenfalls sind punktuelle Anpassungen des Wortlautes in Zusammenhang
mit Anleihekäufen zu erwarten, übertriebene Eile wird sich daraus nicht
ableiten lassen.
Am Primärmarkt versteigert die Finanzagentur des Bundes zur Wochenmitte
1 Mrd. Euro der 29-jährigen Bundesanleihe. Spanien und Frankreich
runden das Angebot ab. Großbritannien bietet 6-jährige Gilts im Volumen
von 2.75 Mrd. GDP an.
Technik:
Der Bund-Future konnte zwischenzeitliche Gewinne nach volatilem
Handelsverlauf nicht verteidigen und schloss (161.07) 22 Stellen unter
Vortagsniveau. Auf Wochensicht stehen Gewinne von 58 Ticks auf der Uhr.
Die Indikatoren im Tageschart sind unverändert negativ zu werten,
Stabilisierungstendenzen machen eine fortgesetzte Konsolidierung
wahrscheinlich. Auf Wochenbasis bleibt die Lage angespannt.
Widerstände sehen wir bei 161.44 (Hoch v. 12.07.), 161.65 (Trend),
161.75 (Hoch v. 14.07.), 161.92 (Hoch v. 13.07.), 162.06 (Tief v. 29.06.
und 162.27/32 (38.2 %- Retracement von 165.44 bis 160.31/Hoch v. 03.07.
Unterstützungen liegen bei 161.06/02 (Tief v.14./13.07.), 160.83 (Tief
v. 12.07.), 160.73 (Hoch v. 07.07.), 160.44 (Tief v. 10.07.), 160.31
Tief v. 07.07.) und 160.17 (Tief v. 14.03.).
Unterstützungen 161.02 160.83 160.31
Widerstände 161.44 161.65 161.92


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