EXPERTEN

12:43 | 13.10.2017
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 161.07-161.98, Tendenz freundlich

Die unnachgiebige Haltung der spanischen Regierung lässt erahnen, dass
die handelten Personen künftig nicht gemeinsam an einem
Verhandlungstisch sitzen werden. Ministerpräsident Rajoy hat die Weichen
gestellt, die Regierungskoalition in Barcelona zu entzweien und so
Neuwahlen zu provozieren.
Aufgrund der politischen Unsicherheit hielten sich Anleger an den
internationalen Finanzmärkten weiter zurück. Auch die beginnende
Berichtssaison sowie die Jahrestagung von IWF und Weltbank mit
Kommentaren von Notenbankern und Politikern bieten ausreichend Gründe,
weiter abzuwarten.
Gute Nachrichten kommen dagegen aus Italien. Die Wahlrechtsreform hat
weitere Hürden passiert, allerdings steht heute noch eine
Vertrauensabstimmung auf der Agenda. Gegen den Protest der
euroskeptischen Fünf- Sterne-Partei wurde aber wichtige Voraussetzungen
für die nächste Parlamentswahl geschaffen.
Der Dax- Index startete einen Angriff auf die Marke von 13.000 Punkten,
konnte sich jedoch nicht darüber halten. Trotz der guten Stimmung am
Aktienmarkt bleiben jedoch auch Bondpreise gut unterstützt. Spanien,
Italien oder Nordkorea liefern ausreichend Gründe, Sicherheitsaspekte
nicht aus den Augen zu verlieren.
Bundesanleihen setzten ihre Konsolidierung mit freundlichem Unterton
fort, die schwindende Risikoaversion tat der Nachfrage kaum Abbruch. Der
mittlere und lange Bereich wurden in dem von Käufen am Terminmarkt
dominierten Handel bevorzugt, ultralange Laufzeiten verloren etwas den
Anschluss. EZB- Präsident Draghi machte nochmals klar, dass die
Notenbank Zinserhöhungen erst sehr lange nach Beendigung der
Anleihekäufe in Betracht ziehe. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen
Bundestiteln weitete sich auf 85 BP aus. 10-jährige Bonds aus Frankreich
(0.86 %) und Belgien (0.72 %) behaupteten ihren Abstand zu Bunds.
An den Bondmärkten der EU- Peripherie blieb die Stimmung gut. Wegen des
Feiertages in Spanien fielen Anleger dort jedoch aus. Der
Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer Staatsanleihen (1.62 %) weitete
sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 3 BP aus. Italienische
Titel (2.10 %) standen dagegen nach dem Vertrauensbeweis für die
Regierung in der Gunst der Anleger ganz oben und machten gegen Bunds 2
BP gut. Die Versteigerung der neuen 3-jährigen BTPs verlief
zufriedenstellend. Mit einer 1.73fachen Überzeichnung waren 7-jährige
Titel am besten nachgefragt, das ultralange Segment wurde eher
vernachlässig. Insgesamt sammelte das italienische Schatzamt knapp 7.5
Mrd. Euro ein. Portugiesische Bonds (2.28 %) hielten sich stabil.
Der US- Bondmarkt präsentiert sich nach höheren Preisdaten in
uneinheitlicher Verfassung. Während kurze und mittlere Fälligkeiten
zunehmenden Zinsängsten Tribut zollten, legten lange und ultralange
Laufzeiten nach einer sehr erfolgreichen Auktion 30-jähriger Bonds
nochmals zu. Bei einem überdurchschnittlichen 2.53fachen
Nachfrageüberhang nahmen indirekte Bieter knapp 63 % der 12 Mrd. USD
auf.
Der Anstieg der Erzeugerpreise (0.4 %/2.6 %; Kernrate 0.4 %/2.2 %) ist
nicht nur auf die höheren Benzinpreise zurückzuführen und erhöht das
negative Überraschungspotential für die heute anstehenden
Verbraucherpreise. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich in unverändert
robuster Verfassung, rangiert aber in der Prioritätenliste der Anleger
nicht an oberster Stelle. In Fernost tendieren US- Treasuries angesichts
fester Aktienbörsen moderat schwächer.
Der Bund- Kontrakt (161.53) legte 36 Stellen zu, Bobl (131.33) und
Schatz (112.165) gingen 15 bzw.3 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite
der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.44 %, der Renditeabstand
zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigt sich auf 114 BP.
10-jährige US- Treasuries rentieren einen BP niedriger bei 2.33 %. Der
Euro verbilligt sich auf 1.185 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt
auf 50.5 Dollar.
Zum Wochenschluss rücken die Verbraucherpreise der Vereinigten Staaten
0.6 %/2.3 %) in den Mittelpunkt des Interesses. Gestiegene Benzinpreise
als Folge der Wirbelstürme sollten in der Kernrate (0.2 %/1.8 %)
ausgepreist werden. Die Einzelhandelsumsätze (1-7 %; ex Autos 0.9 %)
sollten im September hingegen nicht gelitten, mancherorts sogar von den
Naturkatastrophen profitiert haben. Die vorläufigen Umfragen der
University of Michigan zum Verbrauchervertrauen im Oktober (95 nach 95.1
komplettieren den Datenkranz.
Nach recht ordentlichen Quartalszahlen von Citigroup und JP Morgan
gewähren heute Bank of America und Wells Fargo Einblick in ihre Bücher.
Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer
Schuldner geplant. Die neue Woche startet mit dem Angebot 6-und
10-jähriger Bonds aus der Slowakei. Die Finanzagentur des Bundes plant
Auftritte mit den Aufstockungen von 2-jährigen Bundesschatzanweisungen
4 Mrd. Euro) und einer 31-jährigen Anleihe (1 Mrd. Euro). Spanien und
Frankreich sind dann in der zweiten Wochenhälfte am Zug. Italien ist zum
wiederholten Mal mit einer 20-jährigen syndizierten Anleihe im Gespräch.
Großbritannien begibt 10-jährige Gilts im Volumen von 2.5 Mrd. GBP.
Technik:
Der Bund-Future setzte seine Konsolidierung mit freundlichem Grundton
fort und schloss (161.53) 36 Stellen über Vortagsniveau. Im Tageschart
hellt sich das Bild auf ohne klare Signale auszubilden. Auf Wochenbasis
erkennt man Stabilisierungsansätze.
Widerstände sehen wir bei 161.57 (Hoch v. 12.10.), 161.68/69 (Hoch v.
10.10./Wochentrend), 161.82 (Hoch v. 04.10.), 161.98 (Hoch v. 25.09),
162.22 (Tief v. 07.09) und 162.70 (Hoch v. 12.09).
Unterstützungen liegen bei 161.40 (Hoch v. 11.10.), 161.16 (Tief v.
12.10.), 161.07 (Tief v. 09.10.), 160.79/74 (Tief v. 29.09./Trend),
160.65 (Tief v. 03.10.), 160.59 (Tief v. 06.10.), 160.24 (Tief v. 28.09.
und 159.80 (61.8 %- Retracement von 157.55 bis 163.43).
Unterstützungen 161.40 161.16 161.07
Widerstände 161.69 161.82 161.98


NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

16:35 Uhr | 22.10.2017
ROUNDUP: Air Berlin will schnelle ...


16:35 Uhr | 22.10.2017
ROUNDUP: Air Berlin will schnelle ...


16:00 Uhr | 22.10.2017
ROUNDUP: Slowenien hat ...


15:59 Uhr | 22.10.2017
Agentur: Aufbau von ...


15:58 Uhr | 22.10.2017
ROUNDUP: Labour-Partei erhöht ...