EXPERTEN

13:23 | 12.07.2018
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 162.06-163.03, Tendenz uneinheitlich

Mit Verschärfung des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und
China war es mit der Herrlichkeit an den Aktienmärkten vorbei. Die im
Umkehrschluss aber übliche Flucht in den sicheren Hafen qualitativ
hochwertiger Staatsanleihen fiel aber der steigenden US- Inflation zum
Opfer. Die höheren Erzeugerpreise schürten Sorgen, die Fed könne
stärkeren Anpassungsbedarf haben.
Keine Ruhe gibt unterdessen Donald Trump wenn es um die Destabilisierung
bestehender Bündnisse geht. Beim Nato-Gipfel fordert er höhere
Militärausgaben der Bündnispartner und brüskiert Kanzlerin Merkel mit
der Aussage, Deutschland sei auch wegen seiner Energiepolitik ein
Gefangener Russlands. Man darf gespannt sein, was er Wladimir Putin beim
Staatsbesuch in Moskau zuruft.
In diesem Spannungsfeld konnten sich Anleger an den Bondmärkten für
keine Richtung so richtig entscheiden. Im Euroraum machten Gerüchte die
Runde, einige EZB- Mitglieder würden einen früheren Zinsschritt im
kommenden Jahr begrüßen.
Bundesanleihen testeten mit schwindender Risikobereitschaft wieder
einmal den oberen Rand der seit Anfang des Monats etablierten
Handelsspanne. Die Versteigerung der neuen 10-jährigen Bundesanleihe
stellte den Markt bei einem 1.63 fachen Nachfrageüberhang vor keinerlei
Probleme. Während lange und ultralange Fälligkeiten weiter gut
unterstützt blieben, baute sich vorne und in der Mitte leichter Druck
auf. Die Zinsstruktur zwischen 10- und 30-jährigen Bundesanleihen
verringerte sich basierend auf neuer Renditebasis auf 65 BP. 10-jährige
Bonds aus Frankreich (0.64 %) und Belgien (0.68 %) verteidigten ihren
Abstand zu Bunds.
Anleihen der EU- Peripherie konnten nicht an diese positive Entwicklung
des Vortages anknüpfen. BTPs mussten im Vorfeld der heutigen
Aufstockungen noch einige Zugeständnisse verkraften. Portugal stockte
10-und 16-jährige PGBs um insgesamt 950 Mio. Euro auf. Die längere
Laufzeit (300 Mio. Euro) war 2.8fach, 10-jährige Titel (650 Mio. Euro)
immer noch gut 2fach überzeichnet Der Risikoabstand 10-jähriger
spanischer (1.30 %) und portugiesischer Anleihen (1.76 %) weitete sich
gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 3 bzw. 2 BP aus, italienische
Bonds (2.68 %) verloren auf Bunds 2 BP.
Am US- Bondmarkt wurden Renditen nur anfänglich durch den Schwächeanfall
der Aktien gedrückt. Letztendlich rückten aber Inflationssorgen in den
Fokus der Anleger. Die Erzeugerpreise (0.3 %/3.4 %) lassen auch ohne
Energie- und Nahrungsmittel (0.3 %/2.8 %) zunehmenden Preisdruck
erkennen und stellen den geldpolitischen Kurs der Notenbank in keiner
Weise in Frage. Die Auktion 10-jähriger Notes verlief im Gegensatz zu
der enttäuschenden Transaktion kurzer Titel vom Vortag erfolgreich. Die
erwartete Zinserhöhung der Bank of Canada auf 1.50 % belastete kurze
Laufzeiten. Der Renditeabstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries
verringert sich geringfügig auf 20BP. In Fernost tendierten US-
Treasuries angesichts der Erholung an den asiatischen Aktienbörsen
etwas leichter.
Bund-(162.64) und Bobl- Kontrakt (132.10) legten 24 bzw. 6 Stellen zu,
der Schatz (112.025) ging unverändert aus dem Markt. Die Rendite der
neuen 10-jährigen Bundesanleihe lag am Ende einen BP über dem
Emissionsniveau von 0.36 % bei 0.37 %, der Renditeabstand zwischen 2-und
10-jährigen Bundesanleihen (neu) weitete sich auf 100 BP aus. 10-jährige
US- Treasuries rentieren 2 BP höher bei 2.86 %. Der Euro verbilligt sich
auf 1.168 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 70.8 Dollar.
Die US- Verbraucherpreise (0.2 %/2.9 %; Kernrate 0.2 %/2.3 %) liefern
heute eine weitere Indikation, dass der Inflationsdruck zunimmt und die
US- Notenbank ihren Kurs der graduellen Zinsanpassung mit der
eingeschlagenen Geschwindigkeit fortsetzen wird. Erstanträge auf
Arbeitslosenhilfe (225K) runden den Datenkranz ab.
Endgültige Verbraucherpreise Frankreichs (0.1 %/2.1 %) und Deutschlands
0.1 %/2.1 %) für Juni sowie die Industrieproduktion der Eurozone im Mai
1.2 %/2.4 %) bergen nur geringes Überraschungspotential.
Am Primärmarkt stockt Italien heute 3-, 7-, 15- und 20-jährige BTPs um
zusammen 4.5-6.5 Mrd. Euro auf. Irland bietet je 1.25 Mrd. Euro der im
Mai 2028 und Februar 2045 fälligen Anleihen an. Das amerikanische
Schatzamt versteigert 30-jährige Bonds im Volumen von 14 Mrd. USD.
Das Land Niedersachsen stockte eine im März 2023 fällige
Landesschatzanweisung um 400 Mio. Euro bei Midswap -20 BP auf. Berlin
stockte einen 15-jährigen Bond um 250 Mio. Euro bei Midswap -2 BP auf.
Technik:
Der Bund-Future setzte die Konsolidierung fort und schloss (162.64) 24
Stellen über Vortagsniveau. Das technische Bild im Tageschart bleibt
unübersichtlich. Auf Wochensicht sind die Indikatoren noch nach oben
gerichtet, erreichen aber überkauftes Terrain.
Widerstände sehen wir bei 162.80/75 (Hoch v. 11.07./Trend), 162.93
Hoch v. 06. 07.), 163.03 (Hoch v. 30.05.), 163.64 (Wochentrend), 163.72
Monatstrend), und 164.19 (Hoch v. 29.05.).
Unterstützungen liegen bei 162.40 (Tief v. 11.07.), 162.26 (Tief
v.10.07.), 162.06 (Tief v. 05.07.), 161.85 (Tief v. 29.06.), 161.69
Hoch v. 20.06.), 161.26 (Tief v. 21.06.) und 161.02 (Tief v. 18.06.).
Unterstützungen 162.40 162.26 162.06
Widerstände 162.80 162.93 163.03


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