EXPERTEN

13:03 | 06.12.2018
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 162.50 – 163.34, Tendenz leichter

Ohne US- Investoren, die wegen der Trauerfeierlichkeiten für
Ex-Präsident Bush nicht handelten, legten die internationalen
Finanzmärkte eine kurze Verschnaufpause ein. Da aber schlechte
Nahrichten nicht abreißen und sich zu den bekannten Themen Brexit und
Italien jetzt auch noch die Eskalation der Gewalt in Frankreich
hinzugesellt, bleiben risikobehaftete Anlagen in der Defensive.
Zunehmende Rezessionssorgen, die sich an der inversen Renditestruktur
des US- Rentenmarktes festgemachen, sind ebenfalls nicht außer Acht zu
lassen. Der Konjunkturbericht der US- Notenbank („Beige Book“) enthielt
wenige Hinweise, die eine langsamere Gangart der Fed rechtfertigen
würden. Die Wirtschaft wächst in den meisten Distrikten noch „mäßig bis
moderat“, der Arbeitsmarkt bleibt angespannt und Preiserhöhungen
weiten sich infolge höherer Zölle aus. Die nächste Notenbanksitzung
findet am 19. Dezember statt.
Überraschend ist der Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungssektors
Italiens (50.3 nach 49.2) im November wieder in den Expansionsbereich
zurückgekehrt. In Spanien (54) konnte das Vormonatsniveau verteidigt
werden. In der Eurozone (53.4) ist der Trend seit Beginn des Jahres aber
weiter nach unten gerichtet. Die Stimmung bei den Einkaufsmanagern im
Dienstleistungssektor Großbritanniens hat sich im November nachhaltig
eingetrübt. Aus Sorge vor einem ungeordneten Austritt aus der EU fiel
der Index auf 50.4 Punkte und liegt damit nur noch knapp auf
Wachstumskurs.
Leichte Entspannungsansätze nach dem Autogipfel in Washington oder im
Handelsstreit zwischen USA und China verpuffen angesichts fehlender
zählbarer Erfolge relativ schnell. Der Dax-Index setzte seine Talfahrt
fort und gab erneut über 1 Prozent ab. In Fernost nimmt der Ausverkauf
nochmals Fahrt auf. Die Aktienkurse in Japan und Hongkong verlieren
über 2 Prozent. In Kanada wurde die Finanzchefin von Huawei auf
Ersuchen der USA verhaftet. Ihr werden Verstöße im Zusammenhang mit
dem Embargo gegen den Iran vorgeworfen, tatsächlich dürfte der
Wettbewerb im Technologiesektor im Vordergrund stehen.
Nach dem jüngsten Renditerückgang legten Bundesanleihen zur Wochenmitte
eine Verschnaufpause ein. Die an der EUREX gehandelten Volumina nahmen
spürbar ab, wurden aber immer noch von dem heute anstehende Wechsel in
den März-Kontrakt dominiert. Die Bundesbank fährt dagegen kurz vor
dem Jahreswechsel mit ihren Ankaufprogrammen unter Volldampf. Der
Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Papieren verharrt bei 65 BP.
10-jährige Bonds aus Frankreich (0.67 %) und Belgien (0.74 %) holten
trotz der heute Anstehenden OAT- Auktionen knapp einen BP auf.
Anleihen der EU- Peripherie konnten zur Wochenmitte trotz unverändert
hoher Risikoaversion Boden gegen ihre Pendants aus den Kernländern
gutmachen. Die Versteigerung spanischer Bonos erforderte noch einige
Zugeständnisse, spülte dann letzten Endes knapp 3 Mrd. Euro in die
Staatskasse. 3- und 10-jährige Papiere wurden bevorzugt. Der
Renditeaufschlag 10-jähriger italienischer Staatsanleihen (3.055 %)
ermäßigte sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 11 auf 278
BP. Spanische (1.45 %) und portugiesische Bonds (1.79 %) holten gegen
Bunds nach Beendigung der Auktionen 4 BP auf.
Am US- Bondmarkt fand wegen des Trauertages für Ex- Präsident Bush kein
Handel statt. In Fernost tendieren US- Treasuries angesichts sehr
schwacher Vorgaben von den asiatischen Aktienbörsen weiter freundlich.
Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weitet sich
geringfügig auf 38.5 BP aus.
Der Bund (162.85) verlor 11 Stellen, Bobl- (132.30) und
Schatz-Kontrakt (111.915) gingen 5 bzw. 1 ½ Ticks niedriger aus dem
Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.28 %,
der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen weitete
sich auf 88 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren 3 BP niedriger
bei 2.88 %. Der Euro klettert auf 1.135Dollar, der Preis für das Barrel
Öl fällt auf 52.3 Dollar.
In den Vereinigten Staaten wurde die Veröffentlichung von
Wirtschaftsdaten wegen des Trauertages auf heute verschoben. Der ADP-
Beschäftigungsreport (195K) liefert eine letzte Indikation für den
Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der ISM- Index für den Servicesektor
59 nach 60.3) sollte zudem kaum Anlass zur Sorge bieten. Regulär stehen
heute die Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe (225k), das
Handelsbilanzdefizit im Oktober (-55 Mrd. USD) sowie Auftragseingänge
der Industrie (-2 %) auf dem Programm. Industrieaufträge in Deutschland
-0.4 %/-3.1 %) runden den Datenkranz ab.
Am Primärmarkt stockt Frankreich OATs mit Fälligkeiten Mai 2025,
April & November 2026 um bis zu 4 Mrd. Euro auf. Die Emissionen sind
das letzte Angebot in diesem Jahr. Kommende Woche steht nur noch die
Aufstockung 2-jähriger Bundesschatzanweisungen um 3 Mrd. Euro auf der
Agenda.
Technik: (März-Kontrakt)
Heute findet der Wechsel in den März-Kontrakt statt.
Der Bund-Future legte nach einem erneuten Test des Kontrakthochs bei
163.34 eine Verschnaufpause ein und schloss (162.85) 11 Stellen unter
Vortagsniveau. Der Ausblick im Tageschart bleibt konstruktiv. Im
Wochenchart ist der Aufwärtstrend intakt.
Widerstände sehen wir bei 163.09 (Monatstrend), 163.16 (Wochentrend),
163.34 (Hoch v. 05.12.), 163.45 (Hoch v. 22.08.cont.), 163.71 (Hoch v.
21.08.) ,163.88 (Hoch v. 17.08.) und 164.15 (Hoch v. 29.05.con.)..
Unterstützungen liegen bei 162.82 (Tief v. 05.12.), 162.50 (Tief v.
04.12.), 162.24 (Trend), 161.80 (Tief v. 29.11.) und 161.67 (Trendkanal
Unterstützungen 162.82 162.50 161.24
Widerstände 163.09 163.34 163.71


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