EXPERTEN

13:38 | 17.03.2017
HSBC T&B – Bank of England überraschend „hawkish“

Zinsentscheidungen soweit das Auge reicht. Sowohl in Norwegen und der Schweiz als auch in Großbritannien hielten die Währungshüter auf ihren gestrigen Sitzungen erwartungsgemäß die Füße still.
Ganz ohne Überraschungen verliefen die Sitzungen der Notenbanken aber nicht: In Großbritannien stimmte Kristin Forbes, die das Komitee allerdings Ende Juni verlässt, für einen Zinserhöhung um 25 BP. Zudem äußerten auch eine Reihe anderer MPC-Mitglieder, dass es nur wenig positive Überraschungen benötigen würde, um diese zu einer Veränderung ihrer geldpolitischen Einschätzung zu bewegen. Die Währungshüter scheinen besonders bezüglich der kurzfristigen konjunkturellen Perspektiven optimistischer geworden zu sein. Wir teilen diesen Optimismus nicht und rechnen eher mit einer nachlassenden Dynamik der Wirtschaft. Entsprechend rechnen wir dieses Jahr weiter nicht mit einer Zinserhöhung. Das britische Pfund verbuchte im beschriebenen Umfeld Kurszuwächse.
Ein Blick auf die Schweiz: Die Schweizerische Nationalbank tut sich schwer damit, die Wachstums- und Inflationsaussichten positiver einzuschätzen. Vielmehr betonen die Währungshüter weiterhin beachtliche Unsicherheiten, die aus internationalen Risiken resultieren. Eine Zinserhöhung ist damit nicht näher auf der Agenda gerückt. Weiterhin dürfte die SNB eher zu Interventionen am Devisenmarkt greifen, wenn der Schweizer Franken auf der Suche nach Anlagen in „sichere Häfen“ weiter unter Auf-wertungsdruck gerät. Die Notenbank zeigte sich diesbezüglich weiter offen. Der Euro zeigte sich zum Schweizer Franken unbeeindruckt und verharrte mit gut 1,07 CHF im Bereich des Vortages.
Und in Norwegen? Hier gibt es keine Anzeichen, perspektivisch vom aktuellen Zinsniveau von 0,50 % abzurücken. Spekulationen, ob die Norges Bank auf die in den vergangenen Monaten rückläufige Inflation reagieren muss, wurden durch Aussagen eingedämmt, die auf die besseren Wachstumsaussichten der norwegischen Wirtschaft und auf die durch deutlich anziehende Immobilienpreise gestiegenen Stabilitätsrisiken verweisen. Gleichzeitig setzt sich die Norges Bank mit den Auswirkungen der NOK-Abwertung und höheren Leitzinsniveaus im Ausland, allen voran den USA, auseinander. Ohne die schwache Inflationsentwicklung stünde eine Zinserhöhung in Norwegen folglich sicher weiter oben auf der Prioritätenliste. Umso genauer dürfte die Entwicklung der Inflation in den kommenden Monaten von Marktteilnehmern beäugt werden. Zieht der Preisdruck hier an, könnte sich die Einschätzung der Norges Bank ändern. Vorerst schwächt die zurückhaltende Einschätzung der norwegischen Währungshüter die Krone allerdings, der Euro konnte über den wichtigen Widerstand bei 9,15 NOK anziehen und arbeitet so an deutlich besseren Perspektiven.
In den USA lagen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (241.000) und der Philly Fed-Index (März: 32,8 Punkte) im Rahmen der Erwartungen. Der Euro verteidigte in diesem Umfeld nicht nur seine Zuwächse vom Vortag, sondern legte weiter in Richtung des nächsten wichtigen Widerstands bei rund 1,083 USD zu. Ein Sprung über diese Marke würde weiteres Aufwärtspotential generieren.


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