EXPERTEN

13:16 | 14.08.2019
HSBC T&B – Und sonst?

USA: Im Juli ist die Inflation wieder leicht angezogen, nachdem sich zuletzt sinkende Energiepreise negativ bemerkbar gemacht hatten. Während die Gesamtteuerung von 1,6 % auf 1,7 % anzog, legte die um Energiepreise bereinigte Kernrate von 2,1 % auf 2,2 % zu. Für die US-Notenbank ergibt sich somit von der Inflationsentwicklung aktuell keine Notwendigkeit für einen längeren Zinssenkungszyklus. Unterdessen sorgte die Ankündigung der US-Regierung, gewisse Güter mit Blick auf mögliche preistreibende Effekte für die Konsumenten bis zumindest Mitte Dezember von den ursprünglich für September angekündigten Importzöllen auf chinesische Waren auszunehmen, kurzfristig für Entspannung an den Finanzmärkten. Davon profitierte der US-Dollar, der zum Euro spürbar zulegen konnte.

Deutschland: Die finalen Inflationsdaten für den Berichtsmonat Juli haben keine Veränderungen zur Vorabschätzung ergeben. Demnach stieg die Teuerungsrate von zuvor 1,6 % auf 1,7 %, vor allem aufgrund anziehender Kosten für Pauschalreisen. Demgegenüber sank jedoch die Jahresrate des für europäische Zwecke berechneten HVPI von 1,5 % auf 1,1 %. Die ungewöhnliche große Diskrepanz zwischen den beiden Inflationsmaßen ist dabei auf die unterschiedliche methodische Erfassung von Pauschalreisen in den jeweiligen Wägungsschemata zurückzuführen, sollte sich aber in den kommenden Monaten wieder normalisieren.

Volksrepublik China: Höhere Zölle in den Vereinigten Staaten und eine global schwache Nachfrage belasten Chinas Industrie. Im Juli wuchs der Industrieoutput mit 4,8 % im Jahresvergleich so wenig wie seit 17 Jahren nicht mehr (Juni 2019:6,3 %). Dieses Umfeld belastet zunehmend den Konsum, wie der langsamere Anstieg der Einzelhandelsumsätze von 7,6 % gg. Vj. signalisiert. Im Vormonat lag der Wert bei 9,6 %. Fiskal- und geldpolitische Lockerungen werden durch die jüngsten Daten nochmals wahrscheinlicher. Dadurch sollten die Renditen chinesischer Staatsanleihen in den kommenden Wochen fallen.


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