EXPERTEN

11:13 | 17.07.2017
HSBC T&B – Weiterhin nur moderater Preisdruck in der Eurozone

In der Eurozone ergab die Schnellschätzung zu den Konsumentenpreisen im Juni
eine Jahresrate von 1,3%, womit die Konsenserwartung (1,2 %) marginal überboten
wurde, aber der Mai-Wert (1,4 %) wurde unterschritten. Bei der Energiekomponente
(Gewicht rund 10 %) sackte die Jahresrate von 4,5 % im Mai auf 1,9 % im Juni ab,
während für die Dienstleistungsgüter (Gewicht rund 45 %) die Jahresrate auf 1,6 %
zulegte (Mai: 1,3 %). Die Kerninflationsrate zog von 1,0 % im Mai auf 1,2 % im Juni
an. Perspektivisch dürfte dieses Niveau auch in den kommenden Monaten vorherrschen.
Bei den heutigen finalen Daten zu den Konsumentenpreisen rechnen wir mit
keinen Revisionsüberraschungen. Vor dem Hintergrund der Ölpreisentwicklung sowie
der jüngsten Befestigung des Euro sollte die Jahresrate der Inflation erst zum
Jahresbeginn 2018 mit 1,0 % ihr zyklisches Tief erreichen. Mit den von uns erwarteten
Jahresraten im gesamten Kalenderjahr (2017: 1,5 %; 2018: 1,3 %) bleibt die
Zielmarke der EZB nur in der Ferne sichtbar.
Trotzdem heizte EZB-Präsident Mario Draghi Ende Juni Diskussionen über eine näher rücken-de geldpolitische Verschärfung an, indem er sich nicht nur zuversichtlich bezüglich der konjunkturellen Erholung in der Eurozone äußerte, sondern auch anführte, dass die deflationären Kräfte im gemeinsamen Währungsraum mittlerweile durch reflationäre ersetzt wurden. Dies führte zu einigem Wirbel an den Kapitalmärkten. Die EZB scheint das Zeitfenster einer robusten Konjunktur durchaus nutzen zu wollen, um die Geldpolitik zu „normalisieren”. Entsprechend dürfte die Währungshüter auf ihrer Sitzung am Donnerstag mit ihrer Rhetorik eine weitere Reduzierung der Anleihekäufe vorbereiten, mit einer entsprechenden Entscheidung rechnen wir aber erst im Herbst. Die EZB dürfte dann im Januar 2018 damit beginnen, ihr QE-Programm weiter zurück-zuführen und letztlich mit dem Beginn des 4. Quartals 2018 beenden. Zumindest bis Ende 2018 rechnen wir nicht mit Leitzinserhöhungen durch die EZB.


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