EXPERTEN

12:23 | 14.06.2018
HSBC T&B – Legt die EZB die QE-Karten auf den Tisch?

Obwohl auf der heutigen EZB-Ratssitzung eine Leitzinserhöhung so gut wie ausgeschlossen
werden kann, blicken Beobachter mit Spannung nach Frankfurt. Nachdem
in der letzten Woche EZB-Chefvolkswirt Peter Praet andeutete, dass auf der Juni-Sitzung
über die Zukunft des mindestens bis September andauernden Anleihenkaufprogramms
von derzeit 30 Mrd. EUR pro Monat debattiert wird, wurden Spekulationen
über ein bevorstehendes Ende der Maßnahmen zur quantitativen Lockerung (QE)
laut. So wäre es denkbar, dass EZB-Chef Mario Draghi ein Enddatum für die Nettoankäufe
von Wertpapieren verbunden mit einer nochmaligen Verlängerung bei reduzierten
Ankaufvolumina verkündet. Obwohl wir in diesem Zusammenhang mit einer
letztmaligen Ausdehnung des Programms bis Ende Dezember mit einem ab Oktober
auf 10 Mrd. EUR pro Monat verringerten Volumen rechnen, erwarten wir diesbezüglich
heute noch keine offizielle Ankündigung von Seiten der EZB. Vor dem Hintergrund
einer spürbar nachlassenden Konjunkturdynamik in der Eurozone sowie einer
Reihe weiterer Unsicherheitsfaktoren (politische Situation Italien, Handelskonflikt mit
den USA) dürften die Notenbanker u. E. noch bis zur Juli-Sitzung auf Zeit spielen.
Marktreaktion: ►► Die Ankündigung Peter Praets in der vergangenen Woche hat
zwar den Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar wieder ein wenig stabilisieren
können. Schieben die Notenbanker die Entscheidung über den QE-Ausstieg
heute aber weiter hinaus, dürfte dies die Einheitswährung – auch in Anbetracht
des fortgesetzten Zinsstraffungskurses der Fed – wieder unter Druck setzen.


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