KOLUMNEN

14:39 | 28.05.2020
30 % unter NAV: Mountain Alliance profitiert von Digitalisierungsschub

Am Montag feierte der Nürnberger Datenbankspezialist Exasol AG ein furioses Börsendebüt. Mit 14 Euro lag die Erstnotiz fast 50 % über dem Ausgabepreis von 9,50 Euro. Einer der Profiteure des erfolgreichen Börsengangs: Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mountain Alliance AG (MA, ISIN DE000A12UK08). Dank der hohen Investorennachfrage im Zuge des IPOs realisierten die Münchner bei der im Jahr 2018 erworbenen Beteiligung einen Teilexit – und bleiben auch weiterhin an Exasol beteiligt.

Mountain-Alliance-CEO Daniel Wild sieht Exasol denn auch als „einen eindrucksvollen Beweis für den Erfolg unseres Geschäftsmodells, uns frühzeitig an aussichtsreichen Wachstumsunternehmen im Digitalgeschäft zu beteiligen“.

„Kritische Größe von 100 Mio. Euro“

Der damit verbundene Mittelzufluss im einstelligen Millionenbereich verschafft Mountain Alliance zusätzlichen Spielraum für die weitere Expansion. Einer Sonderausschüttung erteilt Vorstandschef Wild zunächst eine Absage: „Im ersten Schritt müssen wir eine kritische Größe erreichen, um die Wahrnehmung für die Mountain Alliance an der Börse und für weitere Investoren zu erhöhen. Diese kritische Größe sehe ich bei einer Marktkapitalisierung von 100 Mio. Euro.“

Dafür sollen zugeflossene Mittel aus Exits, wie jetzt bei Exasol geschehen, in weitere Zukäufe und in das Wachstum der Beteiligungen investiert werden. „Für uns kommt der Mittelzufluss aus dem Exasol-IPO auch deshalb zu einem sehr günstigen Zeitpunkt, da die Krise beim ein oder anderen potenziellen Kaufkandidaten auch einen höheren Liquiditätsbedarf zur Folge hat, was einen niedrigeren Kaufpreis begünstigt. Mit einer guten Kapitalausstattung sind wir somit in einer komfortablen Verhandlungsposition. Noch im laufenden Jahr wollen wir auch auf der Kaufseite Vollzug melden“, erläutert Wild im Interview mit Financial.de.

„Der Digitalisierungsschub wird uns zugutekommen“

Das MA-Portfolio sieht der CEO mit 33 Beteiligungen bei einer durchschnittlichen Haltedauer von etwa fünf bis sechs Jahren sehr gut aufgestellt. Weiter investieren will er schwerpunktmäßig in Themen wie Online-Education, E-Health und videobasiertes Arbeiten – unter anderem für Homeoffice-Anwendungen, in denen Mountain Alliance bereits mit Beteiligungen wie Lingoda, mentavio und movingimage vertreten ist. „Begünstigt durch die Corona-Pandemie erfährt die Gesellschaft einen großen Digitalisierungsschub, der speziell unseren Unternehmen zugute kommen wird“, ist Wild überzeugt.

Ende April ist der Investor HLEE Finance S.a.r.l. aus Luxemburg zu einem Kurs von 5,00 Euro mit rund 9,8 % bei Mountain Alliance eingestiegen. Und auch Unternehmenslenker Wild will das Kursniveau für weitere Aktienkäufe nutzen, wie er im Interview mit Financial.de bestätigt: „Ich habe über die Jahre stets zugekauft, da ich vom Wert unseres Portfolios mehr als überzeugt bin. Wir verfügen über ein Portfolio, das durch seinen starken Fokus auf digitale Geschäftsmodelle von der aktuellen Situation mehr profitiert als leidet.“

Analysten-Kursziel 6,50 Euro

Aktuell notiert die MA-Aktie rund 30 Prozent unter dem zum 31.12.2019 ausgewiesenen NAV von 6,39 Euro. Montega Equity Research taxiert den NAV nach dem Exasol-IPO auf 7,21 Euro und hält einen Holdingabschlag von 10 Prozent für gerechtfertigt. Entsprechend sehen die Analysten den fairen Wert der MA-Aktie aktuell bei 6,50 Euro – fast 45 % über dem aktuellen Kurs.

Ihr Christoph Martin


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