KOLUMNEN

11:28 | 25.07.2018
Batteriemarkt: Ohne dieses Produkt geht es nicht!

Altech Chemicals schickt sich an, den stark wachsenden Markt für hochreines Aluminiumoxid zu erobern. Die Nachfrage aus dem Batteriesektor macht ihn so attraktiv. Die Aktie bietet mutigen Anlegern derzeit eine gute Einstiegsgelegenheit.

Altech will einen Markt erobern

Heute wollen alle Unternehmen irgendwie „disruptiv“ sein und mir ihren Produkten ganze Märkte verändern. Bei den wenigstens ist da etwas dran. Bei Altech Chemicals sieht die Lage anders aus. Denn das Unternehmen will mit einer patentierten Technologie einen attraktiven, stark wachsenden Markt erobern. Das disruptive Element wäre schlicht ein Nebeneffekt. Bei dem Produkt handelt es sich um hochreines Aluminiumoxid, im Englischen High Purity Alumina (HPA) genannt. HPA aber ist nichts Neues. Dank des bereits im vorletzten Jahrhundert entwickelten Bayer-Verfahrens (oder Modifizierungen davon) wird HPA heute zwar energieintensiv und teuer hergestellt. Doch der Markt funktioniert! Mehr als die Hälfte der Weltproduktion stammt von nur sechs Chemiekonzernen, u.a. Sumitomo Chemicals, Sasol oder Nippon Light Metals. Produziert wird laut Persistance Research zu Kosten von rund 16.000 bis 19.000 Dollar je Tonne. Auf dem Weltmarkt kann man je Einheit dann mehr als 23.000 Dollar erlösen. Das ist eine stolze Marge für ein sehr altes und bewährtes Produkt.

Starkes Wachstum dank LED und Elektroautoboom

Doch das Produkt ist inzwischen auch ziemlich sexy. Der Markt wächst mit rund 16 Prozent pro Jahr. In immer neuen Anwendungsbereichen wird HPA genutzt. Primär kommt es als hochreines Material (99,99%ig) bei der Produktion von Saphir-Kristallen zum Einsatz. Diese werden als Substrate in LEDs oder Computerchips und bei kratzfestem Glas genutzt. Letzteres kommt bei immer mehr Smartphones zum Einsatz, denn nur Diamanten sind härter als Saphir. Zuletzt kam auch noch der Boom bei Elektroautos als Nachfragefaktor hinzu. Denn mit HPA wird der Plastiktrenner zwischen Kathode und Anode einer Lithium-Ionen-Batterie überzogen. Das senkt die Brandgefahr, falls die Batterie heiß wird. Für ein durchschnittliches Elektroauto sind etwa 1,6 Kilogramm HPA nötig, für einen Elektro-Bus gar etwa 6,4 Kilogramm.

Verarbeitungsanlage: Spatenstich schon am 8. August!

Genau diesen Zukunftsmarkt will Altech erobern. Denn das teure Bayer-Verfahren kann man umgehen. Altech erreicht dies durch eine eigene Kaolin-Lagerstätte in West-Australien. Bei Kaolin handelt es sich um Porzellanerde. Diese kann per Bagger abgebaut werden, ein klassisches Bergbaurisiko wie bei Kupfer besteht hier nicht. Das Kaolin-Lager beherbergt eine Reserve von 1,2 Mio. Tonnen mit einem Anteil von rund 30 Prozent Aluminiumoxid. Altech plant für den Abbau lediglich zwei Mitarbeiter ein. Doch bei Altech Chemicals handelt es sich nicht um ein Mining-Unternehmen, denn das Kaolin muss erst zu HPA weiterverarbeitet werden. Dazu plant man mit der Düsseldorfer SMS Group den Bau einer hochmodernen Verarbeitungsanlage. Als Standort hat man sich für den Industriepark Jahor in Malaysia entschieden. Die Vorteile liegen auf der Hand: die Strecke zur Kaolin-Mine und zu den Kunden in Ostasien ist überschaubar. Dazu kommen niedrige Arbeitskosten, ein Investitionsbonus sowie die Gewährung von Steuervorteilen. Der Spatenstich für die Fabrik soll am 8. August erfolgen. Das finanzielle Risiko für Altech ist dabei überschaubar, denn SMS liefert die Anlage schlüsselfertig und zu einem bereits vorab festgelegten Budget.

Partner nun auch größter Aktionär

Das die Rheinländer an den Erfolg ihres Kunden Glauben steht inzwischen außer Frage, denn man hat sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung an Altech beteiligt. SMS hält 8,87 Prozent der Anteile und ist somit der größte Aktionär. Mit an Bord sind außerdem australische Banken und Investoren sowie die Melawar International Gruppe (3,97%). Dahinter verbirgt sich Boardmitglied Prinz Tunku Yaakop Khyra, der die politische Unterstützung bei der Umsetzung in Malaysia garantiert.

KfW als Kreditgeber mit an Bord

Solch eine Verarbeitungsanlage ist teuer. Altechs rechnet mit Gesamtkosten von 340 Mio. Dollar. Einen Großteil der Finanzierung hat man sich aber gesichert. So hat die Förderbank KfW-IPEX im Dezember 2017 einen Kredit über 190 Mio. Dollar zugesagt. Zudem hat Altech bereits zwei Term Sheets unterzeichnet: 90 Mio. Dollar kommen von einer nicht genannten Merchant Bank als Mezzanine-Darlehens. Weitere 60 Mio. Dollar stammen von einer US-Investmentgruppe, die sich dadurch einen Stream sichert. Jüngst erst setzte Altech zudem eine Kapitalerhöhung über 20 Mio. Dollar um. Im Prinzip hat man damit das Investitionsvolumen von rund 340 Mio. Dollar zusammen. Allerdings könnte aufgrund von Overhead-Kosten während der Bauphase eine weitere kleine Finanzierungsrunde durchaus möglich sein.

Zahlen versprechen hohe Gewinne

Im ersten vollen Produktionsjahr will Altech 4.500 Tonnen HPA zu Kosten von 9.900 US-Dollar pro Tonne produzieren. Per annum erwartet man ein ein EBITDA von 76 Mio. US-Dollar. Die finale Machbarkeitsstudie auf der die Investmententscheidung beruht, kalkuliert mit einem langfristigen Marktpreis von 26.900 US-Dollar je Tonne. Der aktuelle Marktpreis liegt aber bei 40.000 bis 45.000 US-Dollar je Tonne.

Baukosten sind fix und Off Take-Partner steht bereit

Inklusive Bauphase soll sich das Investment nach knapp 4 Jahren – 2,2 Jahren bei akt. Marktpreisen – amortisiert haben. Da die SMS Group die Anlage zu einem Fixpreis baut, besteht hier kein Risiko. Und auch über die Kundschaft muss man sich nur noch wenig Gedanken machen. Altech hat mit der Mitsubshi-Gruppe bereits ein Off-Take-Agreement geschlossen, wodurch mindestens 4.000 Tonnen pro Jahr abgenommen werden. Dabei gelten die dann gültigen Marktpreise, von Preissteigerungen würde man also direkt profitieren. CEO Iggy Tan glaubt jedenfalls an den Erfolg und hat es bereits einmal bewiesen. Für Galaxy Resources baute der Chemie-Ingenieur eine Mine in Australien sowie einer Verarbeitungsanlage für Lithiumcarbonat in China. Beides ist ihm gelungen. Die Fabrik wurde für 260 Mio. Dollar verkauft, kurz darauf übernahm Tan das Zepter bei Altech.

Aktie noch im Niemandsland

Arbeiten muss der Vorstand aber noch am Aktienkurs. Als KfW-IPEX im Dezember die Kreditzusage gab, hatten schon viele Investoren mit einem Sprung der Aktie gerechnet. Schließlich war dadurch ein Großteil des Finanzierungsrisikos raus. Der Kurssprung blieb aber zunächst aus. Unter Analysten ist aber unstrittig, dass kein Unternehmen im HPA-Markt so weit ist wie Altech. Von der Bewertungsseite her bietet die Aktie (ASX: ATC, FSE: A3Y, ISIN: AU000000ATC9) jedenfalls viel Luft nach oben! Denn Altech Chemicals kommt derzeit lediglich auf einen Börsenwert von 87,3 Mio. AUD. Das sind etwa 64,7 Mio. US-Dollar. Demgegenüber steht ein EBITDA von 75 Mio. US-Dollar pro Jahr sowie ein NPV vor Steuern von 505 Mio. US-Dollar . Dementsprechend hat das Researchhaus Petra Capital ein Kursziel von 0,41 AUD ausgegeben. Altech bietet somit spekulativen Anlegern eine exzellente Möglichkeit den Batteriemarkt abseits der breitgetretenen Pfade zu spielen.

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