KOLUMNEN

10:56 | 22.04.2020
EQS Group: Margensteigerungen in Aussicht

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 war bei der EQS Group AG geprägt durch den Verkauf der ARIVA.DE AG-Beteiligung, das Überschreiten des Höhepunkts der Investitionsphase und weiterer Kostenoptimierungen. Die ARIVA.DE AG wurde zum 01.07.2019 entkonsolidiert und trug somit zum Halbjahr noch Umsätze und Ergebnisse bei. Bereinigt um ARIVA.DE wurde eine Umsatzsteigerung um 10,6% auf 31,87 Mio. € (VJ: 28,81 Mio. €) erzielt. Somit lagen die Umsatzerlöse am unteren Ende der Guidance von 31,7 bis 33,1 Mio. €, was durch die verspätete Fertigstellung einzelner COCKPIT-Module verursacht wurde. Diese Module wurden nun finalisiert und sollten positive Beiträge im laufenden Geschäftsjahr 2020 erzielen.

Insgesamt wurde dennoch ein solides Umsatzwachstum mit einer hohen Ergebnisqualität erzielt, da die wiederkehrenden Umsätze nochmals gesteigert werden konnten, von 79% (Q4 2018) auf 83% (Q4 2019).

Ergebnisseitig stellte der ARIVA.DE AG-Verkauf einen positiven Einmaleffekt auf das Finanzergebnis dar. Zudem gab es durch die Änderung der IFRS16-Bilanzierungsrichtlinien eine deutliche Verschiebung der Ergebniskennzahlen. Durch die erstmalige Aktivierung der Mietverträge reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 2,05 Mio. € und die Abschreibungen und der Finanzaufwand erhöhten sich um 1,96 Mio. € bzw. 0,12 Mio. €. Hierdurch stieg das EBITDA deutlicher an, ohne dass entsprechende Cashflows dagegenstehen.

Insgesamt stieg das EBITDA im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 auf 2,55 Mio. € an (VJ: 0,24 Mio. €). Bereinigt um den IFRS 16-Effekt stieg das EBITDA auf 0,50 Mio. € an. Somit wurden auch überproportionale Ergebnisverbesserungen, bereinigt um IFRS 16, erzielt. Hintergrund hierfür waren vornehmlich der Abbau von Freelancern und der Wegfall von Recruitingkosten.

Die Guidance für das laufende Geschäftsjahr 2020 liegt bei einem Umsatz von 35,1 Mio. € bis 38,2 Mio. € mit einem EBITDA von 3,50 Mio. € bis 4,50 Mio. €. Zudem wurde im Geschäftsbericht 2018 konkretisiert, dass zwischen den Jahren 2019 und 2025 ein jährliches durchschnittliches Wachstum von 15% bis 20% erzielt werden soll und im Jahr 2025 eine EBITDA-Marge von mindestens 25% erreicht werden soll.

Wir prognostizieren für das laufende Geschäftsjahr 2020 ein mittleres Szenario, da die Corona-Krise negative, aber auch positive Effekte für die EQS Group AG hat. Negativ auswirken sollte sich das Ausbleiben von einer Vielzahl an IPOs sowie möglicherweise längeren Verkaufszyklen von Produkten. Positiv ist, dass die EQS zahlreiche Produkte anbietet, die in der Corona-Krise verstärkt nachgefragt werden, wie z.B. Online-Hauptversammlungen, Webcasts und Telefonkonferenzen. Weiterhin wird unseres Erachtens eine höhere Anzahl an Pflichtmeldungen von Unternehmen  abgesetzt. Sofern sich also die aktuelle Lage der Corona-Krise in Europa nicht deutlich verschlechtert, gehen wir von einem mittleren Wachstumsszenario für die EQS Group aus. Entsprechend erwarten wir Umsatzerlöse in Höhe von 37,00 Mio. € (2020), 41,44 Mio. € (2021) und 46,83 Mio. € (2022). Ergebnisseitig sollte sich durch die hohe Skalierbarkeit des Geschäftsmodells eine steigende Ergebnismarge einstellen. Wir prognostizieren ein EBITDA in Höhe von 4,00 Mio. € im Geschäftsjahr 2020, 7,74 Mio. € im Geschäftsjahr 2021 und 10,22 Mio. € im Jahr 2022, was einer Margenverbesserung von 10,8% (2020) auf 18,7% (2021) bzw. 21,8% (2022) entspricht.

Vor dem Hintergrund des nun überschrittenen Höhepunkts der Investitionstätigkeit erwarten wir steigende Margenverbesserungen. Auf Basis unseres DCF Modells haben wir einen fairen Wert in Höhe von 91,50 € (bisher: 90,00 €) je Aktie ermittelt und vergeben das Rating KAUFEN.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: http://www.more-ir.de/d/20591.pdf


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