KOLUMNEN

16:56 | 23.02.2018
Erfolgreiche Platzierung: Stemmer Imaging vor Scale-Debüt

Das Börsensegment Scale bekommt in der kommenden Woche Zuwachs: Mit der Stemmer Imaging AG feiert am Dienstag einer der führenden Anbieter von Bildverarbeitungstechnologie in Europa sein Börsendebüt. Gestern hat der Machine-Vision-Spezialist die Zeichnungsphase erfolgreich abgeschlossen und den Ausgabepreis der neuen Aktien auf 34 Euro festgelegt – und damit in der Mitte der Angebotsspanne von 32 bis 36 Euro. Zum Platzierungspreis war der Börsengang nach Unternehmensangaben deutlich überzeichnet. Die angebotenen 2,99 Mio. Aktien wurden vollständig platziert, was einem Volumen von insgesamt 101,7 Mio. Euro entspricht.

Dreimal so groß wie die Hauptwettbewerber

Ich hatte bereits während der Zeichnungsphase Gelegenheit, mit dem Vorstand zu sprechen. Mit jährlichen Wachstumsraten von rund 12 % ist die Stemmer Imaging AG in den letzten Jahren schneller als der Markt gewachsen. „Mit dem Börsengang eröffnen sich ganz neue Wege für uns. In den kommenden Jahren wollen wir unser Wachstum durch fokussierte internationale Expansion weiter beschleunigen sowie die Profitabilität durch Konzept- und Produktinnovationen gezielt verbessern“, erläuterte CEO Christof Zollitsch.

Stemmer Imaging ist seit mehr als 30 Jahren im Machine-Vision-Markt tätig und mit einem Jahresumsatz von zuletzt 88,3 Mio. Euro im Vergleich zu den direkten Wettbewerbern der größte Player in Deutschland und anderen europäischen Märkten. Am Inlandsumsatz gemessen ist die in Puchheim bei München ansässige Gesellschaft mindestens dreimal so groß wie ihre Hauptwettbewerber im Kernmarkt Deutschland und kann daraus positive Skaleneffekte generieren. „Wir sind sehr gut positioniert und wollen mit dieser starken Aufstellung weiterhin als aktiver Marktkonsolidierer auftreten und unsere Marktposition noch weiter ausbauen“, so Zollitsch im Interview.

Herzstück ist die eigene Software CVB

Bildverarbeitung ist mittlerweile zu einem Schlüsselfaktor für die konsequente Automatisierung und Rationalisierung in vielen Bereichen der Industrie geworden. Herzstück des STEMMER-IMAGING-Portfolios ist dabei die eigenentwickelte Bildverarbeitungssoftware Common Vision Blox (CVB). Die Produkte des Börsenkandidaten werden jedoch nicht nur in der Industrie, z. B. bei der optischen Kontrolle von Pkws, Lebensmitteln und Kaffeekapseln eingesetzt, auch im Sport ist die Expertise der Bayern zunehmend gefragt: „Unsere Systeme, bei denen unter anderem mehrere Hochgeschwindigkeitskameras zur Ballverfolgung und Linienkontrolle (sog. ‚Hawk Eye‘) sowie 3D-Technologie zur Bildwiedergabe verwendet werden, kommen auch im Tennis und im Fußball zum Einsatz“, erläutert CTO Martin Kersting gegenüber Financial.de.

„Wir haben keine Bankverbindlichkeiten in der Bilanz und wollen die Mittel aus dem Börsengang in das weitere organische und anorganischen Wachstum der Stemmer Imaging innerhalb und außerhalb Europas sowie in die Weiterentwicklung des Leistungsportfolios investieren“, so CFO Lars Böhrnsen im Interview. Dabei erwartet der Finanzvorstand auch positive Auswirkungen des Börsengangs auf die Profitabilität: „Unsere angestrebte Wachstumsbeschleunigung und der Ausbau des höherwertigen Geschäfts in den Bereichen Services, System Design und Software sollten sich positiv auf die weitere Margenentwicklung auswirken.“

Zusammenarbeit mit CANCOM

Unterstützung in Bereichen wie M&A und Kapitalmarktumfeld erhält Stemmer Imaging durch seinen erfahrenen Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Klaus Weinmann und dem stellvertretenden Vorsitz von Stefan Kober, beides Gründer des TecDAX-Konzerns CANCOM SE. CEO Zollitsch dazu gegenüber Financial.de: „Wir sehen viele Vorteile in der aktiven Zusammenarbeit mit unseren Aufsichtsräten Herrn Weinmann und Herrn Kober, die im Übrigen als Co-Founder ihrer Beteiligungsholding PRIMEPULSE ein starkes Netzwerk aus Unternehmen verschiedener Branchen managen. Wir sehen insbesondere durch eine Zusammenarbeit mit CANCOM direktes Synergiepotenzial im IoT-, aber auch im Cloud-Umfeld.“ Die deutliche Überzeichnung spricht für ein erfolgreiches Börsendebüt am 27. Februar.

Ihr Christoph Martin


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