KOLUMNEN

15:18 | 07.09.2017
Kobalt: Warum Glencore mit einem kleinen Explorer anbandelt

Der Rohstoffriese Glencore hat jüngst mit dem kleinen Explorer LiCo Energy Metals einen Kobalt-Deal abgeschlossen. Auf den ersten Blick entspricht das der üblichen Arbeitsteilung in der Mining-Branche. Doch hinter der Transaktion steckt mehr.

Die großen Bergbauriesen dieser Welt haben schon vor vielen Jahren ihre Risikopolitik verändert. Sie investieren nur noch in Ausnahmefällen in die Exploration eines neuen Vorkommens selbst. Diese Arbeit übernehmen in der Branche tausende kleine Explorationsgesellschaften, vornehmlich aus Kanada und Australien. Viele scheitern. Aber jene, die es schaffen, ein größeres Vorkommen bis zur Minenreife zu entwickeln, können es dann meistbietend an die großen Konzerne verkaufen oder werden gar von diesen übernommen.

Historisches Kobalt-Silber-Projekt

In dieses Schema passt auch der jüngste Deal, den Glencore bekannt gab. Die Schweizer Gesellschaft, der größte Rohstoffhändler der Welt und einer der größten Bergbaukonzerne überhaupt, gibt ein bei der kanadischen Stadt Cobalt gelegenes Projekt an die kleine LiCo Energy Metals (TSX: LIC, WKN: A2ASW5) ab. LiCo hat direkt nebenan mit Teledyne ein Kobalt-Projekt, auf dem im 20. Jahrhundert bereits 4,35 Mio. Pfund Kobalt und 980.000 Silber abgebaut wurden. Dort will das Unternehmen aus Vancouver an die Produktion früherer Zeiten anknüpfen und eine Kobalt-Silber-Mine entwickeln. Daneben hat LiCo zwei weitere Kobalt- sowie ein Lithium-Projekt im Besitz. Man setzt auf Energiemetalle, die vom Nachfragewachstum durch den Boom von Elektroautos und Energiespeichern profitieren sollen.

Glencore sichert sich Rückkaufrecht

Der jüngste Deal mit Glencore hat aber seinen besonderen Reiz. Denn die Eidgenossen haben das Projekt zum einen sehr günstig abgegeben. Zum anderen aber sicherte man sich ein Royalty in Höhe von 3,5% auf eine künftige Produktion. Zudem gibt es eine sogenannte Back-In Option. Sollte LiCo auf dem Projekt einen Erzkörper entdecken, dessen Wert 100 Mio. US-Dollar übersteigt, hat Glencore das Recht, 51% an dem Projekt zurückzukaufen. Man würde in diesem Fall ein gemeinsames Joint-Venture betreiben.

Attraktives Projekt verbunden mit individueller Kompetenz

Glencore selbst hat seine Kobalt-Aktivitäten jüngst mit Verweis auf die große Nachfrage nach Batterien ausgebaut. In diesem Fall will man aber die Exploration einem kleineren Unternehmen überlassen. Das hat zwei Gründe: Der erste ist Teledyne. Denn aus den vorliegenden historischen Daten lässt sich durchaus ableiten, dass sich die Mineralisierung auf Teledyne auch auf dem 16,2 Hektar großen Gebiet von Glencore fortsetzt. Zum anderen dürfte der Milliardenkonzern auch auf die Fähigkeiten von Dwayne Melrose setzen. Der ist eine der bekanntesten Geologen der Branche und der Chefgeologe bei LiCo Energy Metals. Hier treffen also möglicherweise hohe Kompetenz und ein gutes Projekt aufeinander. Sollte auf dem neuen Teledyne-Projekt tatsächlich ein solch großer Erzkörper entdeckt werden, dürfte sich Glencore wahrscheinlich nicht mit einem Joint-Venture zufrieden und stattdessen ein Angebot für das ganze Projekt abgeben.


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