KOLUMNEN

11:23 | 10.02.2017
NanoFocus AG: Kaufempfehlung bestätigt

Mitte Januar korrigierte die NanoFocus AG ihre Umsatz- und Ergebnisprognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016. Nachdem zuletzt ein Umsatz von 11-11,8 Mio. EUR erwartet worden war, geht der Vorstand nunmehr von einem Wert in Höhe von 10,2 Mio. EUR aus. Hintergrund dieser Korrektur ist der Umstand, dass wichtige Auftragseingänge erst Anfang 2017 eingegangen sind und damit aus diesen Aufträgen kein Umsatz mehr für 2016 generiert werden konnte. Der Umstand, dass die neuerliche Korrektur der Umsatzerwartung für 2016 erst im Januar vorgenommen wurde, liegt in der Tatsache begründet, dass bis zu 40% der Jahresumsätze üblicherweise im Dezember generiert werden. Insofern ist die Sichtbarkeit auf den erreichten Wert zum Jahresende erst sehr spät im Jahr vorhanden.

Zum niedrigeren Umsatzvolumen kam hinzu, dass die Materialaufwendungen höher ausfielen als erwartet. Hierbei machte sich auch ein ungünstiger Umsatzmix bemerkbar, mit niedrigen Umsatzanteilen im margenstarken Segment Automotive. Zudem wurde ein erhöhtes Auftragsvolumen über die beiden Tochtergesellschaften in Asien und den USA mit Verrechnungspreisen umsatzwirksam abgewickelt. In der Folge fällt der Rohertrag merklich belastet aus, so dass der Vorstand nunmehr mit einem EBITDA ‘deutlich’ unterhalb der bisher ausgegebenen Spanne von -0,45-0,15 Mio. EUR rechnet.

Nicht zuletzt wird auch das bislang angestrebte Umsatzziel für 2017 von 13,5-15,0 Mio. EUR nicht mehr für erreichbar gehalten. Einen genauen Ausblick möchte das Unternehmen mit Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2016 geben. Ziel ist es jedoch, trotz der niedrigeren Umsatzerwartung in 2017, wieder in den Bereich der Profitabilität zurückzukehren. Hierfür wurden bereits Kosteneinsparungsmaßnahmen eingeleitet, welche noch im laufenden Geschäftsjahr 2017 zu Einsparungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR führen sollen.

Kosten sollen signifikant um 2 Mio. EUR gesenkt werden

Die Einsparungen sollen auf verschiedenen Kostenebenen erreicht werden. Einen großen Block machen dabei die Personalkosten aus. Hierbei soll, wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt, vor allem im F&E-Bereich eine signifikante Einsparung erreicht werden, nachdem die wesentlichen Entwicklungsarbeiten der vergangenen Jahre beendet sind. Zudem ist zu berücksichtigen, dass im GJ 2016 verschiedene Einmalaufwendungen angefallen sind. Diese sind zum einen im Zusammenhang mit der Integration der Breitmeier Messtechnik und zum anderen mit den durchgeführten Kapitalmaßnahmen zu sehen. Wir schätzen, dass sich die einmaligen Belastungen in 2016 auf rund 0,5 Mio. EUR belaufen haben. Nicht zuletzt sollen auch im Sachkostenbereich weitere Senkungen herbeigeführt werden, so dass in Summe mit einer Kostenentlastung von rund 2 Mio. EUR zu rechnen ist. Die Umsetzung der Maßnahmen wurde bereits Anfang des Jahres begonnen, so dass bereits in 2017 spürbare Effekte wirksam werden sollten.

Umsatzprognosen korrigiert – Ergebniserwartung unverändert

Die Rücknahme der Umsatzerwartungen für das GJ 2016 kam für uns überraschend. Jedoch ist dies im Wesentlichen im Zusammenhang mit der hohen Umsatzkonzentration zum Jahresende zu sehen, wodurch Verschiebungen in das neue Jahr erfolgen können. Dies war in den vergangenen Jahren bereits des Öfteren zu beobachten und ist auch in 2016 der Fall gewesen. Jedoch ist ungeachtet dessen auch zu betonen, dass wesentliche Großaufträge, die zunächst erwartet wurden, bislang nicht eingegangen sind. Dieser Umstand hat zur Folge, dass auch die Prognose für 2017 revidiert wurde. Dennoch zeigt sich das Unternehmen für 2017 keineswegs pessimistisch. Vielmehr sei der Jahresstart zufriedenstellend verlaufen, mit entsprechenden Nachholeffekten im Q1 2017.

Unsere Umsatzprognose für 2017 passen wir dennoch deutlich nach unten an und erwarten nunmehr für 2017 ein Niveau von 11,06 Mio. EUR. Vor allem im Bereich Semi-conductor haben wir hier eine gegenüber unserer bisherigen Prognose niedrigere Umsatzerwartung angesetzt. Auch zu betonen ist jedoch, dass unsere Schätzungen lediglich auf AG-Basis beruhen und nicht die Tochtergesellschaften berücksichtigen. Dies betrifft sowohl die asiatische und amerikanische Vertriebstochter und vor allem auch die Ende 2015 übernommene Breitmeier Messtechnik. Diese dürfte in 2017 einen Umsatzbeitrag von mindestens 2 Mio. EUR beisteuern, so dass wir auf Konzernbasis von einer deutlich höheren Umsatzbasis ausgehen. Eine Umstellung unserer Prognosen auf Konzernebene werden wir mit Vorlage des Geschäftsberichtes 2016 vornehmen.

Bei den Ergebnissen nehmen wir für 2017 und 2018 hingegen keine Anpassung gegenüber unseren bisherigen Prognosen vor. Wenngleich die Umsatz- und Ergebniskorrektur  in 2016 deutlich ist, sollten die bereits eingeleiteten Kostensparmaßnahmen positiv auf das Ergebnis wirken. Daher gehen wir von einer entsprechenden Senkung des Break-even-Umsatzes auf rund 10 Mio. EUR aus. Somit sollte ein EBIT-Niveau von 0,70 Mio. EUR  trotz der niedrigeren Umsatzerwartung möglich sein. Die Kostensenkungen sollten zudem nicht das Vertriebs- und damit Wachstumspotenzial belasten, da ein wesentlicher Teil der Einsparungen im F&E-Bereich sowie im allgemeinen Fixkostenbereich erfolgt.

Fazit

Die Anpassung unserer Schätzungen bezüglich Umsatz und Gewinn für das GJ 2016 hat zur Folge, dass wir unsere Umsatzerwartungen auch für 2017 und 2018 reduziert haben. Beim Ergebnis sind wir jedoch zuversichtlich, dass unsere bisherigen Prognosen aufrechterhalten werden können. Hintergrund sind bereits eingeleitete Kostensenkungen, die bis zu 2 Mio. EUR an Einsparungen nach sich ziehen sollen. Angesichts des veränderten Ausblicks passen wir unser Kursziel auf 2,45 EUR (bisher: 2,90 EUR) an, behalten aber das Rating KAUFEN bei.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/14759.pdf


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