KOLUMNEN

9:30 | 01.12.2020
Rock Tech Lithium: Der heimliche Gewinner der europäischen E-Mobility-Offensive

E-Mobility-Boom an der Börse: Tesla ist inzwischen mehr als 500 Milliarden Dollar wert – und damit mehr als sämtliche europäischen Autobauer zusammen. Natürlich kann man das als Übertreibung abtun. Was man aber definitiv sagen kann, ist, dass die Elektrifizierung des Automobils nicht mehr aufzuhalten ist. Nach Expertenschätzung wird im Jahr 2025 nahezu jedes vierte in Deutschland produzierte Auto ein vollelektrisches Fahrzeug sein. Durch die Corona-Krise wird der Wandel in der Energiebranche weiter vorangetrieben – und das weltweit. Das geht nicht ohne Speicherlösungen in Form von Batterien, egal ob stationär oder im Auto.

Neue Batteriefabriken in Europa

Und auch hier gibt Elon Musk Vollgas: In brandenburgischen Grünheide soll neben dem neuen Tesla-Werk zusätzlich eine Batteriefabrik mit rund 100 Gigawattstunden Kapazität entstehen – dreimal so groß wie die Batterieproduktion in der Gigafactory Nevada und damit die mit Abstand größte Batteriezellen-Fabrik der Welt. Aber auch die Bundesregierung und die EU-Kommission haben vor wenigen Tagen dem weiteren Aufbau einer europäischen Batteriezellenproduktion breite Unterstützung zugesichert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprach gar von einem europäischen Vorzeigeprojekt: „Wir wollen, dass in Europa eine geschlossene Wertschöpfungskette für Batteriezellen entsteht: von der Aufbereitung der Rohstoffe über die Batteriezellfertigung bis zum Recycling“, so der CDU-Politiker. Insbesondere beim ersten Teil der Wertschöpfung – Rohstoffe und Aufbereitung – kommt ein Player ins Spiel, den bisher nur wenige auf dem Schirm haben: Rock Tech Lithium (ISIN: CA77273P2017), eine kanadische Gesellschaft unter deutscher Führung.

Während sich der Großteil der geschätzt 110 Mrd. Dollar an Investitionen in die E-Mobility-Wertschöpfung auf den Bereich der Batteriezellen fokussiert, wird der Bereich Rohstoffe, insbesondere Lithium als Basismaterial und dessen Aufbereitung, bisher weitgehend vernachlässigt. Schon jetzt ist erkennbar, dass der Lithiummarkt bereits in wenigen Jahren in der Grundversorgung mit Rohstoffen in einen Nachfrageüberhang rutschen wird. Hinzu kommt: Ohne entsprechende Konverter-Kapazitäten wird es schwer, batteriefähiges Lithium (Lithium-Hydroxid) für den Ausbau der E-Mobilität zu bekommen.

Rock Tech Lithium will Teil der Lösung sein

Rock Tech Lithium ist dabei ein wichtiger Teil der Lösung: Zum einen verfügt das Unternehmen über Lithium-Projekte im Eigenbesitz in Ontario/Kanada. Zum anderen soll das dort geförderte Basismaterial als Grundstock für die geplanten Konverter-Aktivitäten in Europa dienen. Bisher werden schätzungsweise drei Viertel der batteriefähigen Lithium-Verbindungen in China produziert. Ziel ist es, angesichts der massiven Ausweitung der E-Auto-Produktion in Europa entsprechende Konverter-Aktivitäten in Deutschland aufzubauen.

Rock Tech Lithium ist Mitglied der europäischen Rohstoffallianz und hat vor Kurzem ein Patent für ein neuartiges Herstellungsverfahren für Lithium-Hydroxid angemeldet und erste vielversprechende Ergebnisse einer ersten Machbarkeitsstudie vorgestellt. Das mit einer geplanten Kapazität von 24.000 Tonnen Lithium-Hydroxid vorgesehene deutsche Konverter-Projekt soll 2023 den Betrieb aufnehmen. Rock Tech Lithium wird dabei in erster Linie den Betrieb übernehmen. Die Projektkosten sollen über externe Investoren gestemmt werden. Gespräche bezüglich verschiedener Standorte und Unterstützung durch Subventionen sowie mit großen Kredit- und Eigenkapitalgebern laufen derzeit. Die finalen Machbarkeitsstudien sollen bis Ende 2021 fertig sein. Danach steht der Bau der Fabriken auf der Agenda.

Bleibt die Frage, was ökonomisch möglich ist. Basierend auf aktuellen Marktpreisen und den Plänen der Autohersteller im Bereich der Elektrofahrzeuge hat man 2023 Umsätze von rund 50 Mio. Euro mit der Mine in Kanada und mindestens 250 Mio. Euro mit dem Konverter in Deutschland im Visier. Als Gewinn will Rock Tech aus beiden Aktivitäten, also aus den Bergbauaktivitäten plus dem Betrieb der Konverteranlage, rund 40 Mio. Euro realisieren. Die Firma befindet sich zwar erst in der fortgeschrittenen Planungsphase, bietet aber angesichts eines Börsenwertes von überschaubaren 25 Mio. Euro immense Chancen, wenn die Pläne aufgehen. Die aktuellen Trends im Bereich der Mobilität und der Energiewirtschaft sprechen dafür.


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