KOLUMNEN

9:14 | 06.06.2017
„Stark unterbewertet“: mutares-Vorstand kündigt weitere Transaktionen an

Die neue Plattform-Strategie des Münchner Beteiligungskonzerns mutares AG (ISIN: DE000A0SMSH2) trägt bereits Früchte. Im ersten Quartal 2017 erzielten die Oberbayern einen Umsatzanstieg um 36 Prozent auf 208,2 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 21,5 Mio. Euro. „Beim organischen Wachstum haben im ersten Quartal besonders Elastomer Solutions und Zanders überzeugt. Beide Unternehmen sind gut gerüstet, um ihren Umsatz auch weiterhin deutlich zu steigern“, so mutares-Gründer und -Vorstand Dr. Axel Geuer im Exklusivinterview mit Financial.de. Der Ergebnisanstieg resultiert – neben dem erfolgreichen Exit von EUPEC Deutschland – aus den signifikanten Verbesserungen bei den Beteiligungen A+F, STS und Elastomer Solutions.

„Deutlichen Schub verliehen“

Ziel der neuen Ausrichtung der mutares-Gruppe auf fünf Segmente ist „eine kontinuierliche und nachhaltige Steigerung von Umsatz und Profitabilität“. „Durch unsere Profilschärfung wollen wir diese Entwicklung weiter beschleunigen. Die Sichtbarkeit und das Netzwerk von mutares profitieren erheblich von der Fokussierung auf unsere fünf Segmente. Dies verleiht uns einen deutlichen Schub – sowohl bei der Unternehmensakquise als auch bei der operativen Restrukturierung“, ist Dr. Geuer überzeugt. Vor allem die Konzentration auf die konsequente Entwicklung von Plattform-Investments durch passende Add-ons zeigt, dass sich mutares erfolgreich weiterentwickelt hat – von einer reinen Fokussierung auf die Restrukturierung von Unternehmen zu einem Investor, der auch das Potenzial nach einem erfolgreich abgeschlossenen Turnaround heben kann.

STS: Erst Turnaround, jetzt Plattform-Investment

Bestes Beispiel für die neue Plattformstrategie ist die mutares-Tochter STS, ein italienisches Nutzfahrzeugzulieferunternehmen, das die Münchner im Jahr 2012 als einen harten Sanierungsfall erworben haben. „In den ersten beiden Jahren waren wir mit unserer Restrukturierung sehr erfolgreich und haben das Unternehmen zurück zu Wachstum und Profitabilität geführt. Wir haben uns entschieden, ein neues Werk in Polen zu eröffnen, für das wir Scania, Volvo und MAN als Kunden gewinnen konnten“, erläutert mutares-CEO Dr. Geuer die ersten Maßnahmen.

Statt STS nach dem erfolgreichen Turnaround direkt wieder zu veräußern, wurde im vergangenen Jahr mit dem Nutzfahrzeugzuliefergeschäft der französischen Mecaplast-Gruppe ein Add-on für STS akquiriert. Und auch in diesem Jahr steht die Gesellschaft kurz vor dem Closing einer weiteren großen Add-on-Akquisition für STS. „Als wir STS im Jahr 2012 erworben haben, hat das Unternehmen etwas weniger als 120 Mio. Euro Umsatz bei einem Verlust von gut 15 Mio. Euro gemacht. Nach der Integration der Add-on-Akquisition von Plastic Omnium erwarten wir einen Umsatz von über 400 Mio. Euro bei einem Ergebnis von gut 30 Mio. Euro. Und das ist sicherlich auch noch weiter steigerungsfähig“, so Dr. Geuer im Interview.

„Zuversichtlich, dass wir unsere Ziele übererfüllen werden“

Die Sanierung des im Dezember 2016 übernommenen Anlagenbauers Balcke-Dürr ist nach Aussage des mutares-CEO „bereits signifikant vorangeschritten“: „Wir sehen enormes Potenzial im Unternehmen und sind sehr zuversichtlich, dass Balcke-Dürr wieder großen Erfolg haben wird.“ Und mutares will weiter wachsen: „Unsere Transaktionspipeline war noch nie so gut gefüllt wie aktuell“, so Dr. Geuer gegenüber Financial.de. Bis Ende des Jahres sollen noch mindestens vier Akquisitionen und ein Exit realisiert werden. Das für 2018 ausgegebene Umsatzziel von 1,8 Mrd. Euro hält er dabei „für absolut erreichbar“.

Die mutares-Aktie sieht Dr. Geuer aufgrund des hohen Abschlages zum NAV von 20,47 Euro je Aktie „stark unterbewertet“: „Wir arbeiten mit Nachdruck daran, den hohen Abschlag zu verringern. Unser extrem motiviertes Team stimmt sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ziele übererfüllen werden.“


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