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13:36 | 14.03.2018
ROUNDUP 2: Rheinmetall winkt Panzerauftrag in Australien – Aktie legt zu

(neu: Aussagen des Konzern-Sprechers, Arbeitsplatzaufbau in Australien, Aktienkurs.)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Dem Rheinmetall-Konzern winkt einer der größten Rüstungsaufträge in der jüngeren Unternehmensgeschichte. Die australische Regierung, die derzeit ihre Streitkräfte umfassend modernisiert, wählte nach einem mehrjährigen Verfahren die Deutschen als bevorzugten Bieter aus. Jetzt sollen exklusive Verhandlungen über die Lieferung von 211 Radspähpanzern des Typs “Boxer CRV” auf den fünften Kontinent geführt werden, wie der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte.

Mit dem Zuschlag der australischen Regierung setzte sich Rheinmetall gegen den britischen Konkurrenten BAE Systems durch, der sich ebenfalls um die Ausschreibung beworben hatte. Die in Aussicht gestellte Order ist hoch dotiert. Der geschätzte Auftragswert für den deutschen Konzern liegt bei rund 3,15 Milliarden australischen Dollar – umgerechnet etwa 2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der gesamte Rheinmetall-Konzern, zu dem auch das Autozulieferergeschäft gehört, erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 6 Milliarden Euro.

Die Anleger an der Börse triumphierten. Der Kurs der Rheinmetall-Aktie zog zeitweise um mehr als 4 Prozent an. Am frühen Nachmittag betrug das Plus noch 3,50 Prozent auf 108,50 Euro. Damit war das Papier eines der Favoriten im Mittelwerteindex MDax .

Die Nachricht aus Australien stütze ganz klar die Stimmung für die Aktie, nachdem das Schlussquartal des Konzerns wegen der sich hinziehenden Regierungsbildung in Deutschland von verzögerten Exportentscheidungen überschattet gewesen sei, schrieb Analyst Sebastian Growe von der Commerzbank.

Seine Regierung habe ein umfassendes und sehr strenges Testverfahren durchgeführt, in dem sich der Boxer als das am meisten geeignete Fahrzeug für die Streitkräfte des Landes erwiesen habe, sagte Australiens Premier Malcolm Turnbull in einer am Mittwoch verbreiteten Stellungnahme. Australien wünscht sich die Ausstattung der Panzer mit einem von Rheinmetall entwickelten modernen Turmsystem. Das gesamte Auftrag dürfte voraussichtlich bis 2026 abgearbeitet sein, die ersten Fahrzeuge sollten dann bereits ab dem kommenden Jahr geliefert werden.

Rheinmetall baut den Boxer in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Krauss-Maffei Wegmann (KMW) aus München. Wie viel der Partner von dem Auftragsvolumen erhält, ließ der Konzern offen. Ein Rheinmetall-Sprecher betonte, dass der eigentliche Vertrag erst noch ausgehandelt werden müsse. Sollte es zum endgültigen Abschluss kommen, würde das hohe Exportpotenzial des Boxer aber noch unterstrichen. Neben den deutschen Streitkräften ist das Fahrzeug bereits in den Niederlanden und in Litauen im Einsatz. Über eine Bewerbung mit dem Boxer in Großbritannien ist bislang noch keine Entscheidung gefallen.

Gepunktet haben könnte Rheinmetall bei der australischen Regierung auch mit dem Argument, vor Ort Arbeitsplätze zu schaffen. Die Rede ist davon, dass mit geplanten 25 Exemplaren nur ein kleiner Teil der Radpanzer tatsächlich aus Deutschland kommen soll. Die übrigen 186 Fahrzeuge würden im Land selbst gebaut. Hierfür sollen zuvor australische Spezialisten in Deutschland angelernt werden. Offiziell wollte dies Rheinmetall nicht bestätigen.

Der Konzern kündigte lediglich den Aufbau eines eigenen Kompetenzzentrums an, das in Brisbane im australischen Bundesstaat Queensland entstehen soll. Von dort aus soll das Projekt gesteuert und ausgeführt werden. Mit im Boot sind mehr als 40 Unternehmen aus der australischen Industrie. Laut australischen Medien entstehen allein in Queensland 330 neue Arbeitsplätze. Fast 300 neue Stellen sollen den Angaben zufolge noch in den Bundesstaaten Victoria und New South Wales hinzukommen.

Für Rheinmetall ist der jetzige Auftrag für den Boxer nicht der erste. Aus Australien hatte Rheinmetall bereits 2013 einen Großauftrag über 2500 Militär-Laster an Land gezogen. Nun hofft der Konzern auf weitere Bestellungen. Australien steckt derzeit Milliarden in die technische Aufrüstung seiner Armee. Aktuell steht Rheinmetall dort noch mit dem deutschen Schützenpanzer “Puma” und dem konzerneigenen Panzer vom Typ “Lynx” in einem Auswahlverfahren.

Vor zwei Jahren war ein anderer deutscher Konzern bei den Australiern hingegen abgeblitzt: Der Industriekonzern Thyssenkrupp hatte auf einen gigantischen US-Boot-Auftrag gehofft, zog aber den Kürzeren. Nun liefert die französische Firma DCNS nach Down Under./tav/stw/jha/


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