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11:10 | 10.08.2018
ROUNDUP: Carl Zeiss Meditec trotzt dem starken Euro

JENA (dpa-AFX) – Beim Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec laufen die Geschäfte weiter rund. Weil weltweit die Zahl der Betroffenen mit Augenerkrankungen steigt, verkaufen sich die Geräte zur Korrektur von Fehlsichtigkeit des Thüringer TecDax-Unternehmens bestens. Aber auch die neuen Operationsmikroskope kommen bei Ärzten gut an. Aktuell erntet der Hersteller zudem die Früchte seiner Offensive in den USA, wie Konzernchef Ludwin Monz am Freitag zur Vorlage der Neunmonatsbilanz in Jena erklärte.

An der Börse kletterte die Aktie am Morgen mit einem Kursplus von mehr als 2 Prozent auf ein Rekordhoch bei 70,80 Euro.

Das Unternehmen habe ein “sehr erfolgreiches drittes Quartal” hinter sich, sagte Monz. Unterdessen wehte den Thüringern in dem Jahresviertel weniger Gegenwind von der Währungsseite entgegen als noch im ersten Halbjahr. Das Management zeigt sich deshalb nach dem guten Lauf in den ersten neun Monaten noch etwas optimistischer und hofft, dass die Wechselkursbelastungen weiter nachlassen.

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2017/18, das noch bis Ende September geht, hatte sich Carl Zeiss Meditec bereits Anfang Juli höhere Umsatzziele gesetzt. Die Erlöse sollen nun auf 1,25 bis 1,3 Milliarden Euro anziehen, nach 1,19 Milliarden Euro im Vorjahr. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge (Ebit) soll unverändert mittelfristig und auch im laufenden Geschäftsjahr zwischen 14 bis 16 Prozent betragen.

Bereits in den ersten neun Monaten hatte Carl Zeiss Meditec seinen Umsatz kräftig ankurbeln können. Von Oktober bis Juni stiegen die Erlöse endgültigen Zahlen zufolge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent auf 926,3 Millionen Euro. Ohne den Währungseffekt hätte sich ein deutlich größeres Umsatzplus von knapp 12 Prozent ergeben. Ausschlaggebend waren vor allem Schwankungen beim US-Dollar, sagte der scheidende Finanzchef Christian Müller, der Anfang Oktober zur Mutter Carl Zeiss AG (Oberkochen) wechselt. Sie zehrten das hohe Wachstum im amerikanischen Markt weitgehend auf.

In den Vereinigten Staaten hat Carl Zeiss Meditec den Vertrieb inzwischen schlagkräftiger aufgestellt, seinen Service verbessert und die angebotene Produktpalette erweitert. Der Handelskrieg zwischen den USA und China betreffe das Unternehmen indes nur wenig, “weil wir nur eine geringe Produktion dort haben”, sagte Monz. “Nichtsdestotrotz betrachten wir die Situation mit Sorge.”

Auch in den übrigen Absatzregionen konnte Carl Zeiss Meditec wachsen. In Europa trugen dazu vor allem die anziehende Nachfrage in Großbritannien und Südeuropa bei. Im Asien-Pazifik-Raum kam das Wachstum vor allem aus China und Südkorea. In seinem größeren Geschäftsbereich Ophthalmic Devices, in dem Carl Zeiss Meditec unter anderem Augenlaser und Linsen anbietet, konnte das Unternehmen trotz negativer Währungseffekte um mehr als 6 Prozent zulegen. Das Geschäft mit Operationsmikroskopen wuchs mit einem Plus von 9 Prozent noch schneller.

Damit erfüllen sich die Hoffnungen des Konzerns, nachdem sich das kleinere Standbein in den vergangenen Jahren eher verhalten entwickelt hatte. “Wir gehen davon aus, dass wir in der Sparte auch im kommenden Geschäftsjahr schneller wachsen werden als der Markt”, so Monz. Frischen Wind hatte der Bereich durch neue Produkte erhalten. Vor allem ein robotisches Operationsmikroskop für Neurochirurgen, das der Operateur nicht mehr selbst bewegen muss, um einen neuen Blickwinkel zu bekommen, komme sehr gut an, so Monz.

Allerdings musste die Sparte einen Ergebnisrückgang verkraften, weil den vorrangig in Deutschland entstehenden Kosten in Forschung, Entwicklung und Produktion ein hoher Umsatzanteil in US-Dollar gegenüber steht. Die Ophthalmic Devices hingegen konnten mehr operativen Gewinn ausweisen. Konzernweit stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Berichtszeitraum leicht von 132,6 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 134,8 Millionen Euro. Unter dem Strich ging der Gewinn jedoch von 92,5 auf knapp 82 Millionen Euro zurück. Im Vorjahr hatte allerdings unter anderem ein Sondereffekt aus einem Verkauf den Überschuss erhöht.

Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank lobte das starke Wachstum in den beiden Geschäftsbereichen, wenngleich die Margen sich nicht so stark verbessert hätten wie erwartet. Er sieht dennoch keinen Grund zur Besorgnis./tav/mne/jha/


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