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13:57 | 12.07.2018
ROUNDUP: Ringen um Sozialplan bei Zulieferer Neue Halberg Guss

FRANKFURT (dpa-AFX) – Im Konflikt um die Zukunft des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) hat das Unternehmen ein neues Angebot vorgelegt. Das Management bot nach eigenen Angaben den zur Entlassung stehenden Mitarbeitern Abfindungen an, wenn der seit vier Wochen andauernde Streik in Leipzig und Saarbrücken umgehend beendet werde. Die verbleibenden Beschäftigten sollten bis zum Ende des kommenden Jahres vor Kündigungen geschützt werden und zu den Regelungen des IG-Metall-Flächentarifvertrags mit der 35-Stunden-Woche zurückkehren können, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die IG Metall sprach in einer Verhandlungspause von einer Verschlechterung der bisherigen Offerte. Bei den Abfindungen hat NHG nach eigenen Angaben am Donnerstag einen Faktor von 0,4 Bruttogehältern pro Jahr der Betriebsangehörigkeit angeboten. Laut IG Metall war in früheren Gesprächen von einem Faktor 0,6 die Rede. Bei einem beispielhaften Monatsgehalt von 5000 Euro ergäben sich bei einem seit 20 Jahren bei der NHG Beschäftigten je nach Faktor eine Abfindung von 40 000 beziehungsweise 60 000 Euro. Die Verhandlungen sollten am Nachmittag fortgesetzt werden.

Der Hersteller von Motorblöcken und Antriebswellen gehört seit Jahresbeginn zur Prevent-Gruppe, die sich vor allem mit VW immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hat. Das Management will das NHG-Werk Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 schließen. Im Stammwerk Saarbrücken mit rund 1500 Beschäftigten wurde zuletzt ein Abbau von 300 Jobs erwogen. Die Beschäftigten streiken seit dem 14. Juni für einen Sozialtarifplan und haben am Morgen in Frankfurt für ihre Belange demonstriert.

Der IG-Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner warf Prevent und deren Eignerfamilie Hastor vor, das Unternehmen leer räumen zu wollen. Die Gewerkschaft verlange eine vernünftige Perspektive für die Beschäftigten. “Wir lassen uns nicht mit Almosen abspeisen. Eigentlich wollen wir arbeiten. Aber wenn ihr die Arbeit kaputt macht, zahlt wenigstens anständig”, verlangte Kerner.

NHG-Geschäftsführer Alexander Gerstung forderte ein Ende des Streiks, um nicht weitere Aufträge zu verlieren. In den vergangenen Tagen hätten mehrere Kunden angekündigt, die für die Produktion notwendigen Werkzeuge aus den NHG-Werken abzuziehen. “Entscheidend ist jetzt, unverzüglich den Betrieb wieder aufzunehmen und unsere langjährigen Kunden wieder zu beliefern. Nur so können wir die Arbeitsplätze sichern”, erklärte Gerstung laut einer Mitteilung.

Erst am Freitag wird sich das Arbeitsgericht Frankfurt mit der Sache beschäftigen. Die eigentlich für Donnerstag angesetzte Verhandlung einer Klage der Geschäftsleitung gegen den Bundesvorstand der IG Metall ist auf den Freitag vertagt worden./ceb/DP/jha


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