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10:37 | 14.11.2017
ROUNDUP: United Internet nach Drillisch-Übernahme mit sattem Sonderertrag

MONTABAUR (dpa-AFX) – Der Internetdienstleister United Internet sieht sich nach der Übernahme des Telekomanbieters Drillisch auf gutem Kurs. Im dritten Quartal verbuchte der Konzern dank der Neubewertung von schon vor dem Zusammenschluss gehaltenen Anteilen an Drillisch einen satten Sonderertrag, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Auch der angepasste Ausblick gefiel Börsianern. Die United-Internet-Aktie kletterte um knapp 2 Prozent, die Drillisch-Papiere um mehr als 4 Prozent.

United-Internet-Mitgründer Ralph Dommermuth hatte die Drillisch-Übernahme im September in trockene Tücher gebracht. Das eigene Telekommunikationsgeschäft der Marke 1&1 kam bei Drillisch unter, im Gegenzug kletterte der Anteil von United Internet an Drillisch auf über 73 Prozent. Für die milliardenschwere Übernahme floss daher kaum Bargeld.

Drillisch ist am Markt aber weiter im TecDax notiert und hat dank der Einbringung der 1&1 Telecommunication nun mehr Gewicht – das Papier wurde daher auch in den wichtigen Deutschland-Index des Index-Anbieters MSCI aufgenommen. Einige Fondsmanager müssen die Aktie nun gemäß ihren Regeln ins Portfolio nehmen, was dem Kurs Aufwind verlieh.

Dommermuth gilt als begnadeter Verkäufer, aber auch als strategischer Kopf. Seit einiger Zeit schon hatte United Internet ein Fünftel der Drillisch-Anteile gehalten – der Internet-Unternehmer der ersten Stunde hatte Übernahmespekulationen mit Verweis auf den hohen Aktienkurs von Drillisch aber immer wieder kleinzureden versucht. Nachher bezeichnete er die Übernahme als einen lange gehegten Wunsch.

Nun treten die beiden Unternehmen bei der Netzmiete auf dem Mobilfunk-Markt bereits gemeinsam auf. In den nächsten Schritten sollen Markenführung und Kundenansprache auf eine Linie gebracht werden.

“Insgesamt haben wir in diesem Jahr große Fortschritte bei der Weiterentwicklung unserer Unternehmensgruppe gemacht, in deren Mittelpunkt die Stärkung der einzelnen Geschäftsbereiche steht”, sagte Dommermuth. Seinen Konzern, den er mit 40 Prozent Anteil kontrolliert, hat er in den vergangenen Jahren immer stärker zur Holding von Technologie-Geschäften ausgebaut. Im Geschäft mit Web-Angeboten für Gewerbekunden, das an die Börse gebracht werden soll, hat er sich den Finanzinvestor Warburg Pincus an Bord geholt, bei dem Ex-Telekom-Chef Rene Obermann die Fäden zieht.

Im dritten Quartal kam nun ein guter Teil an Drillisch-Erlösen zum TecDax-Schwergewicht mit den Marken 1&1, GMX und Web.de hinzu, insgesamt kletterte der Umsatz um 11,3 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr plant Dommermuth nun mit Erlösen von rund 4,2 Milliarden Euro.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im dritten Quartal vor allem dank des Drillisch-Beitrags und weiterer Zukäufe um knapp ein Fünftel auf 254,2 Millionen Euro. Hier will das Unternehmen im laufenden Jahr zwischen 970 Millionen und einer Milliarde Euro verbuchen. Das Unternehmen habe hier zuletzt überraschend gut abgeschnitten und auch die Prognose des neuformierten Geschäfts gebe Sicherheit, schrieb Commerzbank-Analystin Heike Pauls.

Vor allem habe der Konzern wie angekündigt bei den im ersten Halbjahr schwächelnden Punkten besser abgeschnitten. Im Portal-Werbegeschäft etwa, bei dem United Internet auf den Webseiten von GMX, Web.de und anderen Online-Werbung schaltet, lief im dritten Quartal besser als im Vorjahr. Im bisherigen Jahresverlauf hatte das eher für Ernüchterung gesorgt.

Bei den Kundenverträgen peilt Dommermuth im laufenden Jahr inklusive der neu hinzugekommenen Konzernteile wie Drillisch und dem Webhoster Strato ein Plus von 6,1 Millionen auf rund 22,9 Millionen an. Zum Ende September zählte der Internetdienstleister und Telekomkonzern 22,6 Millionen zahlungspflichtige Verträge.

Aus den Übernahmen von Drillisch sowie vom Rechenzentren-Betreiber Profitbricks verbuchte United Internet einen Sonderertrag von 303,9 Millionen Euro. Unter dem Strich steht nach neun Monaten ein für die Aktionäre verbleibender Konzerngewinn von 578,2 Millionen Euro – rund zehnmal so viel wie vor einem Jahr. Damals hatten Wertberichtigungen auf Aktien des Start-up-Brutkastens Rocket Internet deutlich belastet.

Die Dividendenzahlung orientiert sich bei den Westerwäldern am bereinigten Konzerngewinn. Bereinigt um Sondereffekte sowohl im laufenden wie auch im Vorjahr blieb der Nettogewinn je Aktie in den ersten neun Monaten mit 1,53 Euro stabil. Drillisch bestätigte seine bisherigen Prognosen für das laufende Jahr./men/she/oca


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