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17:29 | 07.11.2018
Aktie legt zu: Fraport verdient im Chaos-Sommer überraschend gut

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat trotz des Chaos-Sommers in der Luftfahrt überraschend gut verdient. Dank stark gestiegener Passagierzahlen legten Umsatz und Gewinn im dritten Quartal kräftig zu. Für 2018 sieht Fraport-Chef Stefan Schulte den Konzern auf Kurs zu seinen Jahreszielen. An Deutschlands größtem Airport soll die Zahl der Fluggäste um rund sieben Prozent auf gut 69 Millionen zulegen. Für die ersten zehn Monate steht bereits ein Plus von acht Prozent zu Buche, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Die Fraport-Aktie gewann am Morgen zeitweise mehr als 5 Prozent an Wert. Nach rund einer Handelsstunde lag das Papier nur noch mit 2,50 Prozent im Plus bei 69,60 Euro, gehörte damit aber immer noch zu den stärkeren Werten im MDax. Mit seinen Quartalsergebnissen hatte der Konzern die Erwartungen von Analysten übertroffen.

Die Zuwächse standen in Kontrast zu den massenhaften Verspätungen und Flugausfällen in Deutschland und Europa, die in den vergangenen Monaten mehrere Airline-Pleiten nach sich zogen und sogar die Bundesregierung auf den Plan riefen. Engpässe bei Fluglotsen und an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen hatten die ohnehin vorhandenen Betriebsprobleme bei Airlines ein Jahr nach der Pleite von Air Berlin noch verschärft.

Dennoch ging es für Fraport im dritten Quartal finanziell deutlich aufwärts. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) wuchs jedoch nur halb so stark um 8 Prozent auf 419 Millionen Euro. Der Überschuss stieg dank einer geringeren Steuerlast um 16 Prozent auf 210 Millionen Euro. Dabei übertraf das Unternehmen durchweg die Erwartungen von Analysten.

Im laufenden Jahr will Fraport-Chef Stefan Schulte weiterhin einen operativen Gewinn von etwa 1,11 Milliarden Euro erreichen – das obere Ende der ursprünglich ausgegebenen Zielspanne. Hinzu kommt ein Gewinn aus dem Verkauf der 30-prozentigen Beteiligung am Flughafen Hannover, der den Überschuss von Fraport in diesem Jahr um rund 77 Millionen Euro nach oben treiben soll. Die Frankfurter hatten den Deal mit dem britischen Finanzinvestor iCon Infrastructure bereits im Oktober abgeschlossen.

In Frankfurt versucht Fraport unterdessen, die im Sommer zu Tage getretenen Engpässe an Deutschlands wichtigsten Luftfahrt-Drehkreuz zu beseitigen. “Das starke Wachstum in diesem Jahr hat die gesamte Branche und auch uns in Frankfurt vor Herausforderungen gestellt”, sagte Schulte. Jetzt gehe es ihm darum, die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit im Luftverkehr wieder zu erhöhen.

Dazu habe Fraport in Frankfurt bereits “deutlich mehr Personal eingestellt”. Dies habe auch den Gewinn belastet. Das hat letztendlich auch unser Ergebnis belastet. Unterdessen geht der Bau des dritten Passagierterminals im Süden des Flughafens weiter. Als erster Teil soll dort im Jahr 2021 der Flugsteig G eröffnen, den Fraport speziell auf den Bedarf von Billigfluggesellschaften wie Ryanair ausrichtet. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Fraport


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