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14:56 | 08.11.2018
Aktie legt zu: Hannover Rück will 2019 noch höher hinaus

Hannover Rück hält trotz des stürmischen Sommers Kurs auf einen Milliardengewinn. Im nächsten Jahr will Vorstandschef Ulrich Wallin sogar noch höher hinaus. Diese Nachrichten hören die Anleger gerne.

Im laufenden Jahr solle der Überschuss wie geplant auf mehr als eine Milliarde Euro wachsen, kündigte Wallin an. Für 2019 setzt er sich rund 1,1 Milliarden Euro zum Ziel. Und Finanzvorstand Roland Vogel ködert die Aktionäre mit der Aussicht auf weitere Sonderdividenden.

Am Finanzmarkt kommen die Nachrichten gut an. Gegen Mittag legte die Hannover-Rück-Aktie mehr als ein Prozent zu und gehörte damit zu den stärkeren Werten im MDAX. Seit Jahresbeginn hat sie damit gegen den allgemeinen Börsentrend rund 17 Prozent an Wert gewonnen.

Während Hannover Rück im dritten Quartal besser abschnitt als von Analysten erwartet, liegen die Gewinnziele für 2018 und 2019 im Rahmen der Expertenschätzungen. Dabei wuchsen die Bäume für das Unternehmen im Sommer nicht in den Himmel. Eine Reihe zerstörerischer Stürme und die Sanierung des defizitären Mortalitätsgeschäfts in den USA bremsten den Gewinnanstieg.

Schaden-Kosten-Quote unter der 100 %-Marke

Unter dem Strich verdiente die Hannover Rück im dritten Quartal 170 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte sie sich infolge der schweren Hurrikan-Serie in den USA und zwei Erdbeben in Mexiko nur knapp in den schwarzen Zahlen gehalten. Diesmal verhinderten hohe Schäden durch drei Taifune in Japan und Hurrikan “Florence” in den USA einen stärkeren Anstieg. Zusammen schlugen die vier Stürme bei dem Rückversicherer mit fast 220 Millionen Euro zu Buche.

Hinzu kamen Schäden von 54 Millionen Euro durch von Menschen ausgelöste Katastrophen, darunter die Überschwemmungen bei dem Staudamm-Projekt in Kolumbien und der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua.

Im Gegensatz zum Sommer 2017 reichten die Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfall-Geschäft diesmal aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote blieb mit 98,7 Prozent unter der kritischen 100-Prozent-Marke. Im Vorjahreszeitraum hatte sie mit 118,3 Prozent im roten Bereich gelegen.

Ähnlich viel wie die Stürme kostete die Hannover Rück die Sanierung ihres US-Mortalitätsgeschäfts. Hier kauft sich der Rückversicherer praktisch aus verlustreichen Verträgen heraus, um in dem Bereich in Zukunft schwarze Zahlen zu schreiben. Im dritten Quartal summierte sich die Einmalbelastung vor Steuern auf 218 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr geht Finanzchef Vogel von 350 bis 400 Millionen US-Dollar (305 bis 349 Mio. Euro) aus. Weitere Belastungen will er im vierten Quartal verbuchen.

Dividende soll mindestens 5 Euro betragen

An dem Gewinnziel von über einer Milliarde Euro für 2018 hegt er dennoch keine Zweifel. Nach den ersten neun Monaten hat die Hannover Rück 725 Millionen Euro verdient. Weitere Großschäden bis Ende des Jahres sind zwar nicht ausgeschlossen, die gefährliche Hurrikan-Saison in den USA und der Karibik ist aber bald vorüber.

Für das laufende Jahr können die Aktionäre laut Vogel mit einer Dividende von mindestens 5 Euro je Anteilsschein rechnen. So viel hatte die Hannover Rück bereits für 2016 und 2017 ausgeschüttet. Davon gelten 1,50 Euro als Sonderdividende. Eigentlich will die Hannover Rück nur 35 bis 45 Prozent ihres Gewinns an die Aktionäre auszahlen. Aber auch für 2019 sei aus heutiger Sicht wieder eine Sonderdividende zu erwarten. Hauptprofiteur der Dividende ist der Versicherungskonzern Talanx (HDI), dem gut die Hälfte der Hannover-Rück-Anteile gehört.

Viele Rückversicherer sitzen seit Jahren auf dicken Kapitalpolstern. Daran haben auch die schweren Wirbelstürme nichts geändert, die 2017 zum schwersten Naturkatastrophenjahr in der Geschichte der Versicherungsbranche machten. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Hannover Rück


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