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10:11 | 08.11.2017
Die Chemie stimmt: Brenntag mit starkem Quartal

Der Chemikalienhänder Brenntag sieht sich nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal in der Spur zu seinen Jahreszielen. Vor allem in Nordamerika lief das Geschäft weiter rund. Selbst im schwierigen Lateinamerika-Geschäft verspürte der Konzern wieder etwas Aufwind. Die Anleger zeigen sich von den starken Quartalsergebnissen erfreut.

Die Aktie schoss am frühen Morgen zeitweise um 8 Prozent in die Höhe – zuletzt erhöhte sich der Kurs noch um rund fünf Prozent. Damit führt der Titel weiterhin die Gewinnerliste im MDAX an.

Die Sorgen um einige Geschäftsregionen des Konzerns hatten die Aktie bis Anfang September auf ein Zwischentief bei rund 44 Euro gedrückt, seitdem hat sich die Aktie aber wieder deutlich erholt und mit den jüngsten Gewinnen fast ein Viertel zugelegt.

“Wir sind mit dieser überzeugenden Entwicklung des Konzerns im dritten Quartal zufrieden”, sagte Konzernchef Steven Holland am Mittwoch in Mülheim. Das Jahresviertel sei stark ausgefallen, alle vier Regionen hätten zum Wachstum beigetragen. Für das Gesamtjahr bestätigte er die zuletzt zur Halbjahresbilanz konkretisierte Prognose. Brenntag will demnach 2017 den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operatives Ebitda) von 810 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 820 bis 850 Millionen Euro steigern. Auch der Rohertrag soll steigen.

Im dritten Quartal verbesserte sich das operative Ebitda stärker als von Analysten im Schnitt erwartet: Es stieg um 5 Prozent auf 216 Millionen Euro – hiervon entfällt fast die Hälfte auf Nordamerika. Unter dem Strich blieben knapp 101 Millionen Euro hängen. Vor einem Jahr hatte der Konzern hier rund 93 Millionen Euro ausgewiesen.

Sparprogramm verursacht noch Kosten

Seinen Umsatz konnte Brenntag im Berichtszeitraum um mehr als 10 Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro steigern. Zu diesen Zuwächsen trugen alle Regionen bei. Den Löwenanteil seiner Umsatzerlöse erwirtschaftet Brenntag weiterhin in der Region EMEA, zu der Europa, der Nahe Osten und Afrika gehören.

Die Region hinkt aber beim Ergebnis den Geschäften in Nordamerika hinterher. Brenntag hatte deshalb zur Halbjahresbilanz ein Sparprogramm angekündigt, das inzwischen angelaufen ist und bis Jahresende abgeschlossen werden soll. Das verursacht zunächst Kosten. Im dritten Quartal konnte die EMEA-Region im Vergleich zum Vorjahr bei Umsatz und Ergebnis zulegen, schnitt aber bei beiden Kennziffern schlechter ab als im vorangehenden zweiten Quartal.

Im Lateinamerika-Geschäft konnte Brenntag im dritten Quartal nach einer Schwächephase wieder zulegen – dies war vor allem der verbesserten wirtschaftlichen Lage in Brasilien geschuldet. Die Region bleibe aber schwankungsanfällig, so Brenntag. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Brenntag


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