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16:43 | 05.03.2018
Drohende US-Strafzölle: Automobil-Aktien unter Druck

Die von der US-Regierung angedrohten Strafzölle auf europäische Autos haben zu Wochenbeginn besonders die Anleger von BMW verschreckt. So war die Aktie des Münchener Autobauers mit einem Minus von zeitweise über zwei Prozent einer der schwächsten Werte im deutschen Leitindex.

Aber auch die anderen Autobauer kommen nicht ungeschoren davon: Die Papiere von Daimler verlieren gut ein Prozent, die Vorzugsaktie von Volkswagen sogar anderthalb Prozent.

Auslöser der Kursschwäche ist die Drohung des US-Präsidenten Donald Trump, dass nach den angekündigten Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte nun auch auf die Autobranche Zölle zukommen könnten. Damit schreckte Trump einen der wichtigsten deutschen Industriezweige auf. Branchenvertreter warnten vor den Folgen eines Handelskonflikts und weisen auf die Bedeutung der deutschen Autokonzerne für die US-Wirtschaft hin.

Die Sorgen vor Strafzöllen auf europäische Autos seien zwar nicht neu, aber eindeutig ein Risiko für die deutschen Autohersteller, sagte ein Händler, auch wenn die Nettoimporte der USA in den vergangenen Jahren merklich zurückgegangen seien. Sollten in Mexiko produzierte Autos und Autoteile nicht unter Strafzölle fallen, wäre BMW am stärksten von US-Zöllen betroffen. Denn die Münchener exportierten einen vergleichsweise hohen Anteil ihre Fahrzeuge in die USA, da sie im US-Werk in Spartanburg lediglich die Modelle des sportlichen Geländewagens “X” herstellten.

Auch Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI sieht BMW potentiell am meisten gefährdet, gefolgt von Daimler. Volkswagen hingegen wäre am wenigsten von Strafzöllen betroffen. Denn im Vergleich zu den anderen genannten Autobauern hänge der Gewinn der Wolfsburger am wenigsten vom Geschäft mit den USA ab.

Analyst Frank Schwope von der NordLB dämpfte allerdings die Sorgen: “Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.” Schließlich könne US-amerikanischen Unternehmen nicht daran gelegen sein, Konflikte mit wichtigen Handelspartnern wie etwa China heraufzubeschwören.

Die deutschen Autobauer könnten derweil Schwope zufolge sogar von den angekündigten US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte profitieren: Denn wenn Anbieter etwa aus China nun Stahl von den amerikanischen in den europäischen Markt umlenkten, würden diesseits des Atlantiks die Stahlpreise sinken. In der Folge könnten die europäischen Autobauer billiger produzieren. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © BMW


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