TOP-STORIES

13:19 | 05.09.2019
Abschied aus der ersten Reihe: Thyssenkrupp steigt in den MDax ab

Thyssenkrupp zählt nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen des drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen. Das teilte die Deutsche Börse mit. Ersetzt wird der Traditionskonzern in dem Leitindex durch den Triebwerksbauer MTU.

In den MDax steigen CTS Eventim und Compugroup auf, beides bislang SDax-Werte. Norma und Deutsche Euroshop steigen dafür aus dem MDax in den SDax ab. Aumann fällt aus dem SDax heraus, die VW-Abspaltung Traton steigt in den Kleinwerteindex auf.

Der Abstieg aus der Topliga der Börsenwerte ist für den mehr als 200 Jahre alten Industrieriesen ein Prestigeverlust. “Dass uns der Abstieg aus dem Dax enttäuscht, steht außer Frage. Als Gründungsmitglied wären wir dem Leitindex gern erhalten geblieben”, kommentierte Thyssenkrupp-Vorstandschef Guido Kerkhoff das zum 23. September wirksam werdende Ausscheiden. “Man muss aber auch ehrlich sein: Unsere Performance war zu schwach, daher ist der Gang in den MDax die logische Konsequenz”, fügte er hinzu.

Thyssenkrupp steckt seit langem in der Krise. Die Finanzdecke ist dünn – auch eine Folge von milliardenschweren Fehlinvestitionen in Stahlwerke in Brasilien und den USA. Die als Befreiungsschlag geplante Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata wurde von der EU untersagt. Kerkhoff sagte daraufhin auch die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Unternehmen ab.

Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, plant Kerkhoff den Börsengang oder einen Verlauf der profitablen Aufzugssparte. Ihr Wert wird von Analysten deutlich höher eingeschätzt als der des gesamten Konzerns mit seinen weltweit rund 160 000 Mitarbeitern. Für die Beschäftigten hat der Dax-Abstieg keine direkten Folgen. Sie sind von dem Konzernumbau betroffen, bei dem 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, davon 4000 in Deutschland.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Kerkhoff will die Chancen nutzen. “Wichtig ist, dass wir den Konzern jetzt neu und profitabler aufstellen, um so das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Darauf liegt unser fokus, daran arbeiten wir mit aller Kraft”, betonte er in seiner ersten Reaktion auf den Dax-Abstieg. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Deutsche Börse

AGENTURMELDUNGEN

10:56 | 02.09.2019
INDEX-MONITOR: Norma vor MDax-Abschied – Traton wohl zunächst im SDax

FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach dem Aufstieg des IT-Dienstleisters Cancom in den MDax und der Aufnahme des Immobilienentwicklers Instone in den SDax geht es im September munter weiter. In Kürze droht wohl dem Verbindungstechnikspezialisten Norma Group der Abstieg aus dem Index für mittelgroße Werte, erwarten die Index-Experten Petra von Kerssenbrock von der Commerzbank und Pankaj Gupta von der US-Bank JPMorgan. Höchstwahrscheinlich muss auch die Deutsche Euroshop den Index für mittelgroße Unternehmen verlassen.

Während die beiden sich womöglich mit Plätzen im SDax begnügen müssen, dürften der Ticketvermarkter CTS Eventim sowie das auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierte Software-Unternehmen Compugroup in den MDax aufsteigen, schreibt Gupta in einer am Montag vorliegenden Studie.

Die Deutsche Börse hat die Indizes der Dax-Familie am Freitagabend (30. August) überprüft und wird etwaige Änderungen in der Zusammensetzung an diesem Mittwoch (4. September) nach Handelsschluss mitteilen. Die Umsetzung erfolgt zum Montag, 23. September.

Im SDax wird es zudem recht sicher den Maschinenbauer Aumann treffen. Den Platz dürfte Börsenneuling Traton dann besetzen. Die Lkw-Tochter von Volkswagen wäre zwar gemessen am Börsenwert der frei handelbaren Aktien (Streubesitz) mit rund 1,3 Milliarden Euro groß genug für den MDax, doch es hapert wohl am Börsenumsatz.

Auf möglichen Abstiegsplätzen im SDax stehen zudem der Telekomausrüster Adva , Heidelberger Druckmaschinen und der Kohlenstoffprodukte-Hersteller SGL . Falls es neben Aumann einen von diesen ebenfalls erwischt, könnte laut der Commerzbank-Expertin Elmos Semiconductor davon profitieren. Der vor allem auf die Autobranche spezialisierte Chiphersteller war vor fast 14 Jahren einst Mitglied im TecDax gewesen.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann./ck/mis

— Von Claudia Müller, dpa-AFX —


NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

04:50 Uhr | 18.09.2019
dpa-AFX KUNDEN-INFO: Impressum


04:50 Uhr | 18.09.2019
dpa-AFX KUNDEN-INFO: ...


23:05 Uhr | 17.09.2019
BVB nur 0:0 gegen Barca - Reus ...


22:54 Uhr | 17.09.2019
Fedex senkt wegen ...


22:33 Uhr | 17.09.2019
ROUNDUP: Bäume auf Gleisen - ...