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9:57 | 14.11.2017
Infineon schwächelt am Jahresende: Starker Dollar trübt Erfolgsbilanz ein wenig

Infineon hat im vergangenen Geschäftsjahr erneut bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt und dabei vor allem von der guten Nachfrage der Automobilindustrie profitiert. Allerdings sorgte der starke Dollar im vierten Quartal für Bremsspuren und verhinderte ein noch besseres Ergebnis des Chipherstellers.

Die Anleger taten sich zunächst schwer, die Zahlen einzuordnen: Vorbörslich notierte die Aktie fast vier Prozent im Minus, und auch zu Handelsbeginn gehörte Infineon mit einem Abschlag von zwei Prozent zu den schwächsten Werten im DAX. Danach setzte sich jedoch die Überzeugung durch, dass die positiven Wachstumsaussichten für das Geschäftsjahr 2017/18 weiterhin intakt sind. Außerdem dürfen sich die Aktionäre über eine Dividende freuen, die mit 25 Cent drei Cent höher ausfällt als im Vorjahr.

Im Ende September beendeten Geschäftsjahr konnte Infineon den Umsatz um 9 Prozent auf fast 7,1 Milliarden Euro steigern, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das für den Konzern entscheidende operative Ergebnis, das Segmentergebnis, legte überdurchschnittlich um fast ein Viertel auf 1,2 Milliarden Euro zu. Die Zahlen lagen damit im Rahmen der von Infineon ausgegebenen und im März erhöhten Prognose. Unter dem Strich erhöhte der Halbleiterhersteller den Gewinn von 744 auf 790 Millionen Euro.

Abnehmende Dynamik im vierten Quartal

Infineon machte vor allem gute Geschäft mit Chips für Elektromobilität und Fahrerassistenzsysteme. Aber auch im Bereich Erneuerbare Energien lief es gut – ebenso bei den Industriehalbleitern. Hier zahlte sich für Infineon der zunehmende Trend zu automatisierten Produktionsmaschinen und Robotik aus. Der Konzern plant im laufenden Geschäftsjahr Investitionen von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro und den Ausbau der Produktionskapazitäten.

Im vierten Quartal flaute die Dynamik jedoch ab. Dies lag nicht an einer sich abschwächenden Nachfrage, wie Infineon betonte. Der schwächere US-Dollar machte dem Konzern einen Strich durch die Rechnung. Der Umsatz sank im Ende September geendeten Quartal daher leicht im Vergleich zum Vorquartal um 1 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr blieb das robuste Wachstum mit einem Plus von 9 Prozent jedoch intakt. Das Segmentergebnis sank gegenüber dem Vorquartal ebenfalls leicht um 3 Prozent auf 328 Millionen Euro, die entsprechende Marge betrug 18 Prozent, nach 18,5 Prozent die drei Monate zuvor. Analysten hatten sich hier mehr erhofft und mit einem weiteren Wachstum gerechnet. Für Infineon ist eine stärkere europäische Währung im Vergleich zum Dollar negativ, da die Kosten überwiegend in Euro anfallen.

Für das neue Geschäftsjahr kündigte Infineon insgesamt eine Fortsetzung des Wachstums an. Für das saisonal schwächere erste Quartal jedoch erwartet Infineon bestenfalls eine Stagnation des Umsatzes. Im Gesamtjahr 2017/18 erwartet Infineon ein Umsatzplus von 7 bis 11 Prozent und damit ein vergleichbares Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Margenprognose zeigte sich das Infineon-Management jedoch zurückhaltend: Sie soll nahezu unverändert bei 17 Prozent in der Mitte der Umsatzspanne verharren. Dabei geht der Konzern mit einem Wechselkurs von Euro zum Dollar von 1,15 von einem anhaltend schwächeren Dollar aus. Im Schnitt lag der Wechselkurs im Vorjahr bei 1,11 US-Dollar. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Infineon


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