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12:27 | 31.03.2021
Missglücktes Börsendebüt: Deliveroo-Aktie bricht ein

Das Börsendebüt von Deliveroo ging gründlich daneben: Die Aktie des Essenslieferdienstes stürzte an der Börse in London gleich nach dem Handelsstart um fast ein Drittel ab – auf 271 Pence. Zuletzt kosteten sie mit einem Abschlag von rund 22 Prozent 306 Pence.

Im Sog des Börsenneulings gerieten auch Aktien anderer Essenslieferdienste unter Druck. So verloren Just Eat Takeaway.com zuletzt 1,7 Prozent und Delivery Hero 0,4 Prozent.

Dabei waren schon die letzten Meter vor dem Börsengang bei Deliveroo holprig. Der Ausgabepreis von 390 Pence je Aktie lag am unteren Ende der Bewertungsspanne. Denn einige Investoren hätten sich von der Idee verabschiedet, in ein Geschäft zu investieren, von dem sie nicht vollständig überzeugt seien, dass es in absehbarer Zeit Profit abwerfe, erklärte Marktanalyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK.

Das missglückte Börsendebüt ist auch ein Rückschlag für die Bemühungen Londons, nach dem Brexit zu einem attraktiven Ort für Börsengänge zu werden. Analyst Neil Wilson von Markets.com merkte kritisch an, London sei wohl kein guter Ort, um Techwerte an die Börse zu bringen. Selbst mit dem Ausgabepreis am unteren Ende der Preisspanne habe Deliveroo zu viel verlangt für seine Verluste schreibende Lieferplattform.

Medien hatten bereits am Vortag berichtet, dass viele Fonds keine Aktien des Online-Lieferdienstes kaufen wollten. Sie hätten Bedenken bezüglich der Behandlung der Kuriere durch das Unternehmen. Auch einige der größten Vermögensverwalter Großbritanniens hatten bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass der Umgang des Unternehmens mit seinen Fahrern nicht ihren verantwortungsvollen Investmentgepflogenheiten entspreche.

Analystin Sophie Lund-Yates von Hargreaves Lansdown sieht in den Regulierungen rund um die Arbeitnehmerrechte gegenwärtig das größte Problem, denn das flexible Arbeitnehmermodell von Deliveroo sei eine wichtige Säule für den Erfolg des Unternehmens.

Lund-Yates weist zudem darauf hin, dass selbst eine am niedrigen Ausgabepreis von 390 Pence gemessene Marktkapitalisierung von 7,6 Milliarden Pfund noch deutlich über jener des Kontrahenten von Just Eat Takeaway liege. Dies bedeute, dass Deliveroo unbedingt erfolgreich sein müsse. Andernfalls gerate der Aktienkurs ins Kreuzfeuer. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Mikael Buck / Deliveroo


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