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11:29 | 09.04.2018
Nach Chefwechsel: Anleger setzen auf die Deutsche Bank

Der Chefwechsel bei der Deutsche Bank sorgt für Aufbruchstimmung. Die Papiere des größten Geldhauses Deutschlands schnellten im frühen Handel um 3,93 Prozent auf 11,80 Euro nach oben und führten die DAX-Gewinnerliste an. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hatte am Sonntag mit sofortiger Wirkung den bisherigen Vize Christian Sewing als Nachfolger des glücklosen Vorstandschefs John Cryan ernannt. Analysten bleiben zunächst aber eher skeptisch.

Bemerkenswert bei der Personalie: Sewing hat sich im Rennen um die Cryan-Nachfolge gegen einen lupenreinen Investmentbanker durchgesetzt – Marcus Schenck, der erst vor wenigen Jahren von der Wall-Street-Bank Goldman Sachs <US38141G1040> zur Deutschen Bank stieß und davor unter anderem als Berater bei McKinsey arbeitete. Schenck verlässt die Deutsche Bank zur Hauptversammlung im Mai.

Der von Sewing umrissene Fokus auf Kostensenkungen und Ertragswachstum dürfte bei den Anlegern gut ankommen, schrieb Analyst Jernej Omahen von der US-Investmentbank Goldman Sachs in einem ersten Kommentar. Allerdings erbe der neue Chef große Herausforderungen im operativen Geschäft. Das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft generiere keine hohen Renditen. Daher führten auch Einschnitte im Investmentbanking nicht zwangsläufig zu einer höheren Konzernprofitabilität.

Experten fordern einen Strategiewechsel. Sewing müsse “neue Akzente setzen, damit die Bank endlich zu profitablem Wachstum zurückfindet”, sagte Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment. Er müsse dringend Ruhe in die Bank bringen.

Aktie: Schwache Performance im laufenden Jahr

“Neuer Chef und eine ‘neue Ära’, aber noch keine klare Strategie,” schrieb der renommierte Branchenanalyst Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan in einer Studie. An seiner Einschätzung ändere der Wechsel an der Spitze nichts. Es gehe viel mehr um eine klare Strategie, die dem Konzern nun schon seit Jahren fehle. Die Deutsche Bank müsse nun erst einmal aufzeigen, was die “neue Ära” sein solle.

Dabei spiele es keine Rolle, wer den Konzern führe – solange nicht alle Beteiligten an einem Strick zögen, werde eine Trendwende schwierig. Das Problem sind für Abouhossein vor allem unterschiedliche Ziele der verschiedenen Anteilseigner und Interessengruppen der Deutschen Bank. Hier sieht der Experte wenig Anzeichen für einen Willen, den Konzern im Sinne der Anteilseigner und Geldgeber zu verändern.

Die Aktien des Dax-Konzerns waren im Zuge der allgemeinen Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen, aber auch wegen der Querelen um den Chefposten und Anzeichen eines schwachen Kapitalmarktgeschäfts im ersten Quartal in Richtung ihres Rekordtiefs aus dem Herbst 2016 gefallen. Damals kosteten sie weniger als 9 Euro. Zum Vergleich: 2007 – vor dem Beginn der Weltfinanzkrise – hatten die Papiere noch mehr als 100 Euro gekostet.

Trotz der Erholung zum Wochenstart beläuft sich das Minus im bisherigen Jahresverlauf immer noch auf mehr als ein Viertel. Damit ist die Deutsche Bank abgeschlagenes Schlusslicht im Dax. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Deutsche Bank


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