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8:58 | 07.11.2018
Osram strebt nach Gewinnrückgang Neuausrichtung an

Osram hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich weniger verdient. Das lag unter anderem an der sich abschwächenden Autokonjunktur. Dabei erreichte der Lichtkonzern jedoch seine bereits gesenkten Jahresziele. Trotz des Gewinnrückgangs soll die Dividende mit 1,11 Euro je Aktie stabil bleiben. Als Reaktion auf die schwächere Entwicklung will das Management um den Vorstandsvorsitzenden Olaf Berlien die Geschäftsbereiche neu ausrichten. Die Aktie stieg daraufhin nachbörslich am Mittwoch um mehr als 3 Prozent.

So soll es ab dem neuen Geschäftsjahr 2018/19 drei Bereiche mit einem veränderten Zuschnitt: Das Geschäft mit der Automobilindustrie wird ebenso zu einem Bereich zusammengefasst wie das mit der Digitalisierung. Das Leuchtengeschäft sowie das US-Servicegeschäft sollen weiterhin verkauft werden, die LED-Halbleitersparte Opto Semiconductors bleibt hingegen. Der Prozess schreite “planmäßig voran”, erklärte das Management. Das Geschäft mit der Beleuchtung für Bürogebäude, Fabriken und Straßen leidet seit einiger Zeit unter schwindenden Umsätzen, besonders in den USA. Zudem schreibt der Bereich seit längerem Verluste.

“Wir werden unser Profil weiter schärfen und uns innerhalb neu zugeschnittener Geschäftsbereiche noch nachdrücklicher auf wachstumsstarke Märkte konzentrieren”, erläuterte Berlien. So hatte Osram zuletzt etwa den US-Anbieter Vixar übernommen, der auf 3D-Identifikationstechnologie spezialisiert ist, sowie einen Anbieter für smartes Pflanzenlicht.

Im Automobilgeschäft bietet Osram etwa LED- und Lasertechnik an. Eine gewichtige Rolle soll das Gemeinschaftsunternehmen mit Continental spielen, welches kundenspezifische Lichtsysteme anbieten soll und seine Produkte auf die Digitalisierung ausrichtet. Die neue Sparte kommt auf einen Pro-forma-Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Im neuen Digitalgeschäft will Osram Lichtmanagementsysteme sowie Cloud- und Lösungen für das Internet der Dinge anbieten. Der Bereich kommt den Angaben zufolge auf Umsätze von pro forma 917 Millionen Euro.

Ziel: Kosten sparen und Effizienz steigern

Im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende September) stagnierte der Konzernumsatz bei 4,1 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe erreichte Osram ein Plus von 2 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) nahm 13 Prozent auf 605 Millionen Euro ab. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 142 Millionen Euro fast die Hälfte weniger. Im Schlussquartal fiel sogar ein Verlust von 5 Millionen Euro an.

Osram hatte wegen einer zurückhaltenden Nachfrage aus der Automobilindustrie, schwacher Geschäfte in der Beleuchtungssparte sowie Projektverschiebungen im Smartphone-Bereich bereits Ende Juni die Prognose gesenkt. Es war das zweite Mal in dem Geschäftsjahr. Das Unternehmen hatte daraufhin weitere Einsparungen angekündigt, etwa in der Verwaltung. Auch im Einkauf und bei der Forschung will Osram die Effizienz steigern.

Für das neue Geschäftsjahr äußerte sich Osram zurückhaltend. Die bereinigte operative Marge dürfte weiter sinken: Von 14,7 Prozent auf 12 bis 14 Prozent. Der vergleichbare Umsatz dürfte stabil bleiben oder moderat um bis zu 3 Prozent wachsen. Die Prognose bezieht sich dabei noch auf die alte Struktur. Noch nicht enthalten sind mögliche Effekte aus der Neuorganisation. Tendenziell dürfte dabei das zweite Halbjahr stärker ausfallen als die ersten sechs Monate. Allerdings warnte Osram vor Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Automarkt und durch Handelskonflikte.

Im Vorfeld des am morgigen Mittwoch stattfindenden Kapitalmarkttages lockte Osram die Investoren zudem noch mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm. Das Unternehmen will bis Juni 2020 für bis zu 400 Millionen eigene Papiere zurückkaufen. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Osram


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