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9:48 | 09.11.2017
Probleme im TV-Bereich: ProSiebenSat.1 rudert erneut zurück

ProSiebenSat.1 hat seinen Jahresausblick kassiert. Vor allem die Herausforderungen im TV-Bereich machen dem Medienkonzern zu schaffen. Das Umsatzwachstum soll nun im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen – bisher war man in der Konzernzentrale in Unterföhring von einer Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich ausgegangen.

Die Anleger zeigen sich enttäuscht. Im frühen Handel ist die Aktie mit einem Minus von fünfeinhalb Prozent schwächster Wert im DAX – und markierte zwischenzeitlich sogar den tiefsten Wert seit viereinhalb Jahren.

Das hat Gründe: Denn auch beim Ergebnis wird das Management vorsichtiger und erwartet für um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie den Konzernüberschuss moderatere Verbesserungen als bislang angenommen. Die Vorjahreswerte sollen „leicht übertroffen“ werden.

Unterschiedlich fallen die Reaktionen der Analysten aus: Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für die Aktie auf “Kaufen” mit einem Kursziel von 34 Euro belassen. Der Umsatz im deutschen TV-Geschäft habe die Konsensschätzung um 2 Prozent übertroffen, schreibt Analyst Tamsin Garrity. Der Nettogewinn auf Konzernebene liege um 6 Prozent über der Erwartung. Der gesenkte Ausblick dürfte sich jedoch in einer niedrigeren Konsensprognose niederschlagen.

Das Investmenthaus Liberum (aktuell „Halten“) strich seine Kaufempfehlung für die ProSiebenSat.1-Aktie und kürzte das Kursziel von 40 auf 32 Euro. Bei Barclays („Overweight“) wurde das Kursziel jedoch um einen auf 41 Euro angehoben.

Nicht die erste Enttäuschung

Es ist nicht die erste Warnung, die ProSiebenSat.1 in diesem Jahr herausgeben musste. Bereits Ende August hatte ein vorsichtigerer Ausblick beim TV-Geschäft im dritten Quartal für Aufregung an der Börse gesorgt und die Aktie stark ins Minus abgleiten lassen.

Zu schaffen machten ProSiebenSat.1 weiter Probleme in Teilen des Segments Digital Entertainment, in dem das Unternehmen sein Geld unter anderem mit digitaler Werbung verdient. Im TV-Bereich wurden Produktionen teilweise ins kommende Jahr verschoben. Zudem steigen die Programmkosten stärker.

Im dritten Quartal legten die Umsätze von ProSiebenSat.1 um 3 Prozent auf 883 Millionen Euro an, was die Erwartungen der Analysten leicht übertraf. Stärkster und einziger Wachstumstreiber war hier das Geschäft mit den Onlineportalen wie Parship, Flaconi oder Amorelie.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) blieb mit 202 Millionen Euro unverändert. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 99 Millionen Euro und damit eine Million mehr als ein Jahr zuvor. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © ProSiebenSat.1 Media SE


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