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12:14 | 15.03.2017
Schluss mit den Verlusten: E.ON zuversichtlich für 2017

Es kann eigentlich nur besser werden. Die große Aufbruchstimmung will aber bei den E.ON-Aktionären nach dem höchsten Verlust der Firmengeschichte nicht so recht aufkommen – obwohl teilweise noch Schlimmeres befürchtet worden war. Auf die Stimmung drücken auch die Aussagen des Managements, schon bald über die Aufnahme frischen Kapitals entscheiden zu wollen.

Nach anfänglichen Gewinnen rutschte die E.ON-Aktie deutlich ins Minus und war zuletzt schwächster Wert im DAX. Der Kurs rutschte im Tief um über drei Prozent auf 6,69 Euro und damit den niedrigsten Stand seit Anfang Januar. Solange E.ON nicht schnell und abschließend über die Kapitalmaßnahmen entscheide, dürfte die Unsicherheit weiter wie ein Damoklesschwert über der Aktie schweben, hieß es am Markt. Zudem wurde auch der Ausblick der Essener mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen.

Die Folgen der Energiewende haben tiefe Spuren hinterlassen. Inklusive der Kraftwerks-Abspaltung Uniper summierte sich das Minus bei E.ON im vergangenen Jahr auf unter dem Strich 16 Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwoch in Essen mitteilte. Im Jahr davor wurde bereits ein Verlust von knapp 6,4 Milliarden Euro verbucht. Von nun an, so versprach Konzernchef Johannes Teyssen, soll es aber aufwärts gehen: “Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von Eon in die neue Energiewelt frei macht.”

Die bevorzugte Einspeisung von Solar- und Windstrom hat die Preise im Großhandel kaputt gemacht. E.ON hatte deshalb seine Kraftwerks-Sparte Uniper als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht und musste im vergangenen Jahr zig Milliarden Euro darauf abschreiben. Hinzu kommen die Belastungen aus dem Atomausstieg. E.ON wird Mitte des Jahres rund 10 Milliarden Euro an den staatlichen Atomfonds überweisen.

Stellenabbau geplant

Konzernweit würden nun voraussichtlich bis zu 1300 Arbeitsplätze wegfallen, davon circa 1000 in Deutschland, teilte das Unternehmen mit. Damit einher geht ein interner Umbau, der E.ON kundenfreundlicher gestalten soll. Die Maßnahmen sollen ab dem Jahr 2018 dauerhaft 400 Millionen Euro einsparen. Aktuell hat der Konzern insgesamt rund 43 000 Mitarbeiter.

“Wir müssen E.ON maßgeblich verändern, aber wir werden dies mit einem Höchstmaß an Respekt gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machen”, versprach Teyssen. Geplant ist eine Vorruhestandsregelung, Abfindungen und die Möglichkeit, für bis zu vier Jahre in eine Qualifizierungs- und Transfergesellschaft zu wechseln.

Auch die Aktionäre müssen sich auf Einschnitte gefasst machen: Die Dividende soll von zuletzt 0,50 Euro je Anteilsschein auf 0,21 Euro für das vergangene Jahr schrumpfen. Für das Jahr 2017 will E.ON dann 0,30 Euro zahlen; die Jahre danach soll die Ausschüttungsquote indes tendenziell angehoben werden. “Unsere nach oben angepasste Dividendenpolitik für die Folgejahre zeigt, dass wir auch künftig die Interessen unserer Aktionäre fest im Blick haben”, erklärte der kommende Finanzvorstand Marc Spieker.

Verschuldung soll deutlich sinken

E.ON sei durch die Abspaltung der Kohle- und Gaskraftwerke in Uniper “von einem großen Teil der Lasten der Vergangenheit befreit”, erklärte Teyssen. Nun soll es aufwärts gehen: Im laufenden Jahr soll der bereinigte Konzernüberschuss auf 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro ansteigen nach einem Rückgang auf zuletzt 904 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird allerdings mit 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro höchstens auf dem Niveau des Jahres 2016 erwartet.

Die Verschuldung soll mittelfristig sinken – von zuletzt 26,3 Milliarden auf rund 20 Milliarden Euro. Und das auf 1,3 Milliarden Euro zusammengeschmolzene Eigenkapital soll gestärkt werden. Als Möglichkeiten nannte das Unternehmen unter anderem die Aufnahme von frischem Geld am Kapitalmarkt, den Verkauf von Anteilen an Uniper und die Veräußerung weiterer Beteiligungen. Aktuell hält Eon noch knapp 47 Prozent an Uniper. Das Investitionsbudget wird für die laufende Drei-Jahres-Periode von 10 auf 8 Milliarden Euro reduziert. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © E.ON


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