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13:02 | 21.01.2019
Sinkende Profitabilität: Henkel-Aktie auf Dreijahrestief

Henkel will mehr investieren, um weiter zu wachsen. Das geht allerdings zunächst zulasten der Profitabilität. Diese Nachricht kommt bei den Anlegern überhaupt nicht gut an. Die im DAX notierte Aktie rauscht um über sieben Prozent ab – auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Ab diesem Jahr will Henkel jährlich rund 300 Millionen Euro zusätzlich aufwenden, um das Wachstum anzukurbeln. Zunächst dürften die Investitionen jedoch zulasten der Margen gehen. Für das laufende Jahr peilt Henkel ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft von 2 bis 4 Prozent an. Die bereinigte operative Marge (Ebit) soll zwischen 16 und 17 Prozent liegen – und wäre damit niedriger als im vergangenen Jahr.

Mit einer Marge von 16 bis 17 Prozent liege Henkel unter der aktuellen Markterwartung von 18 Prozent, sagte Analystin Celine Pannuti von JPMorgan. Die Marktschätzungen müssten daher nun um bis zu 10 Prozent gesenkt werden. Das vergleichbare Wachstum im vierten Quartal 2018 liege mit 2,3 Prozent unter ihrer Annahme und der Konsensprognose von 2,9 Prozent.

“Der Ausblick ist eine Enttäuschung”, sagte ein weiterer Experte mit Blick auf 2019. Henkel habe auf große Unsicherheit und die Gefahr starker Marktschwankungen verwiesen. Das Wachstum im Klebstoffgeschäft und in der Kosmetiksparte im vergangenen Jahr bleibe hinter den Markterwartungen zurück. Lediglich im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln habe Henkel ein wenig besser abgeschnitten als vom Markt prognostiziert.

“Die größte Gewinnwarnung ihrer jüngsten Geschichte”

Der Tiefstkurs der Henkel-Aktie am Montag von 89,56 Euro ist zugleich der niedrigste seit Februar 2016. Ihr Rekordhoch hatten die Papiere im Juni 2017 erreicht bei fast 130 Euro. Seitdem sind sie um rund 30 Prozent gefallen. Einen ersten Dämpfer musste der Kurs im November 2017 hinnehmen, nachdem der Konkurrenzkampf im Kosmetikgeschäft und ein insgesamt schwieriges Marktumfeld die Ergebnisse verhagelt hatten.

Im Herbst vergangenen Jahres gerieten die Papiere erneut unter Druck: Von Anfang September bis Ende Oktober fiel der Kurs von 111 auf gut 92 Euro. Sorgen um die weltweite Konjunktur machten auch vor der Henkel-Aktie nicht Halt. Vor allem das Geschäft mit den in der Industrie verwendeten Klebstoffen gilt als ausgesprochen konjunktursensibel.

“Die größte Gewinnwarnung ihrer jüngsten Geschichte”, nannte Analystin Pinar Ergun von UBS die neuen Zielmarken von Henkel am Montag. Ähnlich wie ihre Kollegin Celine Pannuti von JPMorgan rechnet Ergun damit, dass der Marktkonsens für den Gewinn je Aktie 2019 nun um 10 bis 12 Prozent sinken dürfte. Anleger sollten daher vorsichtig bleiben. Auch die erhöhte Quote für den an die Aktionäre auszuschüttenden Gewinnanteil sei keine Kursstütze. Denn mit einer Quote von 30 bis 40 Prozent liege diese noch immer unter den Werten der Konkurrenz. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Henkel


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