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14:08 | 17.03.2017
Stada erhöht mitten im Übernahmepoker die Wachstumsziele

Stada hat mitten im Übernahmepoker seine mittelfristigen Wachstumsziele angehoben. “In unserem Zukunftsprogramm Plus haben wir weitere signifikante Wachstumspotenziale identifiziert und konkrete Initiativen mit deutlich positiven Effekten auf Umsatz und Profitabilität gestartet”, begründete Stada-Chef Matthias Wiedenfels den Schritt des Generikaherstellers, nachdem ein Jahr des Umbruchs erfolgreich abgeschlossen worden sei.

Die Stada-Aktie büßten gegen Mittag gut ein halbes Prozent an Wert ein. In der Spitze waren sie nach den tags zuvor vertagten Gesprächen mit den Bietern um 2,7 Prozent auf das Niveau von Mitte Februar abgerutscht.

Für 2019 sei ein nun bereinigter Umsatz von 2,65 bis 2,7 Milliarden Euro zu erwarten, erklärte Wiedenfels. Bisher hatte er rund 2,6 Milliarden angepeilt. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll nun bei 570 bis 590 Millionen Euro liegen und nicht wie bisher angenommen bei rund 510 Millionen. Beim bereinigten Konzerngewinn erhöhte der Konzern das Ziel für 2019 von rund 250 Millionen auf 250 bis 270 Millionen Euro.

Im abgelaufenen Jahr belastete laut frühreren Angaben der Geschäftsumbau: Zwar stieg der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 2 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) ging jedoch um 2 Prozent zurück. Wertberichtigungen unter anderem wegen der Einstellung des Brasilien-Geschäfts und des Rückzugs aus Ägypten wirkten sich negativ aus, auch Währungseffekte belasteten. Unter dem Strich verdiente Stada mit 92,9 Millionen Euro 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Dividende für 2016 soll dennoch im Vergleich zum Vorjahr um 2 auf 72 Cent je Aktie steigen.

Warburg: „Riskantes Spiel“

Stada verwies bei der Anhebung der Wachstumsziele auf ein im Sommer 2016 eingeleitetes Optimierungsprogramm und ein stärkeres Generika-Geschäft. Stada werde im Jahr 2019 vier Biosimilars starten. Zudem seien auf der Kostenseite zusätzliches Einsparpotenzial identifiziert und eingeleitete Maßnahmen schneller umgesetzt worden. Genaue Details sollen bei der Präsentation der vollständigen Bilanz am 23. März folgen.

Derzeit buhlen zwei Bietergruppen um den Pharmahersteller: die Finanzinvestoren Advent und Permira sowie Bain und Cinven. Am Donnerstag hatte die Stada-Führungsspitze die anberaumten Gespräche mit den Bietern vertagt. Vorstand und Aufsichtsrat sind der Meinung, dass die bislang vorgelegten Angebote nicht den Wert des Unternehmens widerspiegeln. Beide Konsortien sollen laut Medienberichten jeweils 58 Euro je Aktie auf den Tisch gelegt haben.

Nach Einschätzung von Warburg-Analyst Ulrich Huwald betreibt Stada mit der vertagten Entscheidung ein “riskantes Spiel”. Stada ziele auf eine Erhöhung der im Raum stehenden Gebote ab, obwohl inzwischen klar sei, dass der Spielraum nach oben ohne einen Investoren mit strategischem Interesse ziemlich begrenzt sei. Auch wenn er es für unwahrscheinlich hält, könnten sich die Private-Equity-Fonds im schlimmsten Fall zurückziehen. DZ-Bank-Experte Thomas Maul sieht ebenfalls nicht viel Raum für eine Erhöhung. Investoren dürften kaum bereit sein, mehr als 60 Euro je Aktie für Stada zu zahlen, da nach einer Übernahme noch weiterer Investitionsbedarf bestehe. (dpa-AFX)

Foto © Stada


 

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