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8:46 | 16.03.2017
Tagesausblick: Erleichterung macht sich bei den Anlegern breit

Die Erleichterung nach dem Leitzinsentscheid in den USA und der Wahl in den Niederlanden ebnet dem deutschen Aktienmarkt den Weg nach oben: Der DAX hat nun gute Chancen, sich endlich deutlich von der Schwelle bei 12 000 Punkten abzusetzen.

“Ein allgemeines Aufatmen ging bereits gestern Abend durch die Kapitalmärkte und dürfte sich zu Handelsbeginn fortsetzen”, kommentierte Dirk Gojny von der National-Bank. Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend ihren Leitzins das dritte Mal nach der Finanzkrise um weitere 0,25 Prozentpunkte angehoben. Dieser Schritt war aber erwartet worden. Bereits die Wall Street reagierte sehr positiv – dort kamen besonders die Signale gut an, das Zinserhöhungstempo nicht zu verschärfen.

Der geldpolitische Ausschuss geht im Mittel (Median) nach wie vor von zwei weiteren Zinsanhebungen in diesem Jahr aus, gefolgt von drei Anhebungen im kommenden Jahr. Auf schnellere Straffungen hatten zuletzt einige Teilnehmer an den Finanzmärkten spekuliert, was sich vor allem in der Dollar-Schwäche am Devisenmarkt zeigt. Die Tür für eine straffere Gangart bleibe aber weiter offen, so Gojny.

Auch der Wahlausgang in den Niederlanden nahm Unsicherheit aus dem Markt. Hier setzte sich der rechtsliberale Amtsinhaber Mark Rutte letztlich gegen den rechtspopulistischen Herausforderer Geert Wilders durch und feierte damit einen “Sieg gegen den Extremismus”, wie es der französische Präsident Francois Hollande nannte. Dass Wilders schlechter abschnitt als erwartet, hat auch Symbolwirkung für die kommenden Wahlen in Frankreich und Deutschland, wo mit dem Front National von Marine Le Pen und der AfD ähnliche rechtspopulistische Strömungen erstarkt sind.

Auf Unternehmensseite geht die Berichtssaison im DAX in ihre Endphase: Einen Tag nach der Einigung mit ihren Piloten legte am Morgen vorbörslich die Lufthansa ihre Zahlen für das vergangene Jahr vor. Die Kranichlinie erzielte trotz Pilotenstreik und Terrorangst einen Rekordgewinn. Der Konzern sei erfolgreich unterwegs und habe abermals gute Resultate vorgelegt, sagte ein Börsianer. Vorbörslich legten die Papiere um mehr als eineinhalb Prozent zu.

Ferner stehen erneut zahlreiche Bilanzen aus der zweiten Börsenreihe im Blick: Die K+S-Papiere litten vorbörslich unter dem Umsatz- und Gewinnschwund beim Düngemittel- und Salzproduzenten, der durch Produktionsprobleme und anhaltendem Preisdruck ausgelöst wurde. Sie gaben um fast 4 Prozent nach.

Beim angeschlagenen Modekonzern Gerry Weber könnte indes der am Vorabend bekanntgegebene Aktienrückkauf die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal überlagern. Die Maßnahme habe mit einem Rückkaufvolumen von maximal 5 Millionen Euro zwar keinen großen Umfang, viel wichtiger aber sei das Symbol der Stärke, dass der Konzern damit aussende, kommentierte ein Marktteilnehmer. Die Aktie kletterte vorbörslich – allerdings bei geringem Umsatz – an die SDAX-Spitze mit einem Kursplus von mehr als drei Prozent. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Deutsche Börse


 

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