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16:29 | 11.03.2019
Übernahmefantasie: Bank-Aktien auf der Überholspur

Die Fusionsspekulationen kochen wieder hoch und beflügeln die Aktien der beiden größten börsennotierten Banken hierzulande. So können die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank  deutlich zulegen und damit einen Teil ihrer in der vergangenen Woche erlittenen Verluste wettmachen.

Am Nachmittag legen die Anteilsscheine der Deutschen Bank um fast 6 Prozent auf 8,11 Euro zu und führen damit die Gewinnerliste im Dax an. Für die Commerzbank geht es an der Spitze des MDax sogar um über 7 Prozent aufwärts.

Befeuert werden die Kurse von einen Bericht der “Welt am Sonntag”. Das Blatt erfuhr aus Finanzkreisen, dass der Vorstand der Deutschen Bank beschlossen habe, Gespräche mit der Konkurrentin aufzunehmen. Es habe bereits “inoffizielle Kontakte in sehr kleiner Runde gegeben”, die allerdings noch nicht in einem Stadium seien, in dem sie mitteilungspflichtig seien. Sprecher beider Geldhäuser wollten den Bericht am Samstag nicht kommentieren.

Die Kontaktaufnahme geschieht dem Bericht zufolge auf Drängen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Finanzstaatssekretär Jörg Kukies. Innerhalb der nächsten Wochen, am besten vor der Europawahl Ende Mai erwarte man in Berlin eine Reaktion, hieß es.

Einem Analysten zufolge könnten die wieder aufgeflammten Fusionsgerüchte auf eine erste Idee für einen derartigen Deal im Jahre 2016 zurückgreifen. Demnach könnten die beiden Institute ihr Privat- und Unternehmenskundengeschäft sowie die jeweiligen Vermögensverwaltungssparten zusammenlegen sowie das Investmentbank-Geschäft abspalten. Die neue Bank würde dann über eine größere Kundenbasis verfügen, zudem könnten sie ihre teure IT-Infrastruktur komplett auslasten. Mit dem dann gestiegenen Marktanteil könnte die fusionierte Bank ein neues Preismodell durchsetzten und dadurch profitabel arbeiten.

Skeptischer aber äußerte sich Experte Jacques-Henri Gaulard vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Der Deal würde trotz großer Anstrengungen wohl nur magere Ergebnisse liefern und sei wahrscheinlich nicht die Risiken wert. So könnten die sozialen Kosten erheblich sein. Unter dem Strich würde ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank nicht die strukturellen Probleme der deutschen Bankenbranche lösen und sei wohl vor allem eine Fantasie von Investmentbankern.

Nach dem verlängerten Niedrigzinsversprechen der Europäischen Zentralbank hatten die Papiere der beiden deutschen Bankhäuser in der Vorwoche noch mit minus 10 und minus 6 Prozent kräftig Federn lassen müssen. Bereits seit Jahren nagen die niedrigen Zinsen an der Ertragskraft der Institute. (dpa-AFX / Eig. Ber.)


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