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15:02 | 22.11.2021
Vonovia-Kapitalerhöhung überrascht nicht – belastet aber

Die Vonovia-Aktie hat am Montag nach der Ankündigung einer milliardenschweren Kapitalerhöhung nachgegeben. Zu Beginn markierte sie mit 56,16 Euro zwar noch auf den höchsten Stand seit Ende September. Doch dann ging es bergab – um die Mittagszeit zählten die Titel mit einem Minus von über zwei Prozent auf 54,48 Euro zu den größten Verlierern im wenig bewegten Dax. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von fast neun Prozent zu Buche – der deutsche Leitindex hat in diesem Zeitraum um knapp 18 Prozent zugelegt.

Dass Vonovia sich rund acht Milliarden Euro für die Übernahme der Deutsche Wohnen besorgt, belaste den Aktienkurs, schrieb ein Händler. Die Transaktion sei allerdings schon lange erwartet worden, und auch ihr Umfang entspreche den Erwartungen. Da dem Branchenprimus rund 88 Prozent der Anteile des Konkurrenten angedient worden seien, sei eine Transaktion in dieser beträchtlichen Größenordnung keine Überraschung, erklärte auch Analyst Kai Klose von der Privatbank Berenberg.

Ab dem kommenden Mittwoch läuft bis zum 7. Dezember der Handel der Bezugsrechte. Altaktionäre können je 20 Altaktien sieben neue zum Preis von je 40 Euro zeichnen. Dieser beinhalte einen Abschlag von 22,5 Prozent auf den theoretischen Wert der Aktie abzüglich des Preises des Bezugsrechts, so Klose weiter. Davor habe Vonovia in einer Modellrechnung mit einem ähnlich hohen Abschlag von 20 Prozent kalkuliert, ergänzte Analyst Julian Livingston-Booth von der kanadischen Bank RBC.

Klose bewertet die Übernahme wegen der im Branchenvergleich hohen Profitabilität von Deutsche Wohnen weiterhin positiv für Vonovia. Zudem nähmen die politischen Risiken für die Branche ab. Im bisherigen Jahresverlauf hätten sich die deutschen Immobilientitel enttäuschend entwickelt, und die endgültigen Einzelheiten in der Koalitionsvereinbarung der designierten neuen Regierung aus SPD, Grünen und FDP seien noch nicht bekannt. Doch auch die Ampelkoalition wolle den Fokus auf den Bau möglichst vieler neuer Wohnungen richten, um der Knappheit an bezahlbarem Wohnraum zu begegnen. Deshalb erwartet der Experte nur moderate Änderungen an der Gesetzgebung für die Branche. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Vonovia


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