MANAGEMENT INTERVIEW

11:46 | 30.09.2015
mutares AG „vor Neubewertung“: „Spannende Exits in 2016“

Unter Wert gehandelt: Die Münchner mutares AG hat erstmals den Gesamt-NAV (Net Asset Value) des Konzerns veröffentlicht: Mit 351 Mio. Euro bzw. 25,02 Euro pro Aktie liegt dieser derzeit mehr als 30 Prozent über dem aktuellen Kurs. Dabei hat der Sanierungsspezialist ehrgeizige Ziele: „Bis 2018 wollen wir einen Umsatz von über 1,8 Mrd. Euro erreichen“, bekräftigt Gründer und Vorstand Dr. Axel Geuer im Interview mit financial.de. Bis zu 80 Prozent der Exit-Erlöse will mutares künftig als Dividende ausschütten.

Im financial.de-Interview spricht Co-CEO Dr. Geuer (links im Bild, hier mit Mitgründer Robin Laik) über die aktuelle Unterbewertung im Peergroup-Vergleich, die nächsten Exit-Kandidaten und das „Rekordjahr 2015“.

financial.de: Herr Dr. Geuer, die mutares AG hat erstmals ihren Nettovermögenswert (Net-Asset-Value – NAV) veröffentlicht. Warum haben Sie die Veröffentlichung des NAV vorgenommen?

mutaresDr. Axel Geuer: Der NAV ist ein wichtiges Mittel zur Erhöhung der Transparenz für unsere Investoren. Von nun an können unsere Investoren im 6-Monatsrhythmus die Wertentwicklung aller Portfoliounternehmen verfolgen und einfach feststellen, wo die Werttreiber im mutares-Portfolio liegen. Höchstmögliche Transparenz unseren Investoren wie Geschäftspartnern gegenüber ist für uns sehr wichtig.

financial.de: Der NAV liegt mit 351,2 Mio. Euro oder 25 Euro je Aktie ca. 30 Prozent über dem aktuellen Börsenwert. Wie erklären Sie sich diese Differenz?

Dr. Axel Geuer: Bei Unternehmen mit einem vergleichbaren Geschäftsmodell liegt die Marktkapitalisierung normalerweise deutlich über dem NAV, da Wachstumsziele durch Neuakquisitionen im NAV nur bedingt abgebildet werden können. Der NAV ist somit ein konservativer Wertindikator. Den aktuellen Abschlag kann man mit unserer noch jungen Unternehmensgeschichte und der nur eingeschränkten Kapitalmarktmarkthistorie erklären. Einerseits beginnt bei uns jetzt die Erntephase mit zahlreichen anstehenden Unternehmensverkäufen und andererseits haben wir erst seit Kurzem mit einer intensivierten Kommunikation die Entwicklung der mutares-Aktie am Kapitalmarkt zu einem wichtigen Element unserer Unternehmensstrategie gemacht. Mit der fortschreitenden Umsetzung dieser Strategie werden wir sicherlich eine Neubewertung unserer Aktien erleben und in der Folge auch mit einem Aufschlag auf den NAV gehandelt werden.

financial.de: Welche Ihrer Beteiligungen liefern aktuell die größten Beiträge zum NAV?

Dr. Axel Geuer: Die Perle in unserem Portfolio ist zweifelsfrei EUPEC, der europäische Marktführer für die Beschichtung von Öl- und Gaspipelines. Darüber hinaus haben sich unsere beiden Automobilzulieferunternehmen STS Acoustics und Elastomer Solutions sehr profitabel entwickelt. Aber auch die weiteren Unternehmen in unserem Portfolio bieten ein attraktives Potenzial für eine signifikante Wertsteigerung.

financial.de: Sind die drei erwähnten Unternehmen auch die nächsten Exit-Kandidaten?

Dr. Axel Geuer: Unser Geschäftsmodell ist klar „buy, restructure & sell“. Somit evaluieren wir regelmäßig das Exit-Potenzial unserer Unternehmen. Sicherlich sind dabei die wertvollsten Unternehmen die wahrscheinlichsten Kandidaten, da sie den Turnaround erfolgreich geschafft und nachhaltiges profitables Wachstum gezeigt haben. Bei STS Acoustics sehen wir jedoch noch großes Potenzial für weiteres Wachstum durch die Expansion nach Osteuropa, das wir vor einem Exit noch heben wollen. Wir sind überzeugt, dass das kommende Jahr spannende Exits zeigen wird.

financial.de: Sie haben EUPEC als „Perle“ Ihres Portfolios bezeichnet. Das Unternehmen scheint vom niedrigen Ölpreis nicht betroffen zu sein. Die Kapazitäten des Spezialisten für die Beschichtung von Öl- und Gaspipelines sind voll ausgelastet. Was ist das Erfolgsgeheimnis von EUPEC?

Dr. Axel Geuer: EUPEC operiert in einem sehr attraktiven Nischenmarkt, der stabile Umsätze vor allem im Bereich der Instandsetzung von Pipelines gewährleistet. Daher ist EUPEC nicht von der Entwicklung des Ölpreises betroffen. Ganz im Gegenteil, EUPEC hat ein hervorragendes Wachstum erreicht. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei knapp 63 Mio. Euro und im ersten Halbjahr 2015 konnte EUPEC den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifachen. EUPEC ist dabei hochprofitabel. In 2014 wurde ein operatives Ergebnis (EBITDA) von über 10 Mio. Euro erwirtschaftet und im ersten Halbjahr 2015 sind es bereits nahezu 7 Mio. Euro. Dazu bietet das Projekt „Nord Stream 2“ ein enormes Potenzial für EUPEC.

Den vollständigen Text können Sie hier herunterladen: INTERVIEW

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.


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