MANAGEMENT INTERVIEW

11:30 | 22.11.2016
PANTALEON: „Wir machen pantaflix.com zur attraktivsten VoD-Plattform der Unterhaltungsbranche“

Die börsennotierte PANTALEON Entertainment AG (ISIN DE000A12UPJ7) hat mit der innovativen Video-on-Demand (VoD) Plattform pantaflix.com einen „Game Changer“ am Start, der die weltweite Filmvermarktung revolutioniert. „Die Resonanz der Branche hat uns völlig überwältigt“, verrät PANTALEON-CEO Dan Maag im Interview mit financial.de. Noch vor Weihnachten wird pantaflix.com den Beta-Status verlassen und auch die iOS-App startet im Dezember. Schon bald soll pantaflix.com sämtliche weiteren Aktivitäten des Konzerns deutlich in den Schatten stellen – entsprechend wandelt sich PANTALEON von einem Medien- hin zu einem global tätigen Technologieunternehmen.

financial.de traf PANTALEON-CEO Dan Maag (Foto unten) zum Exklusivinterview und sprach mit ihm über die Vorteile gegenüber Netflix & Co, die Chancen im chinesischen Markt, die Kooperation mit Amazon und eine mögliche Neubewertung des Unternehmens.

financial.de: Herr Maag, im Financial.de-Interview im November 2015 haben Sie den Start Ihrer innovativen Video-on-Demand-Plattform PANTAFLIX für 2016 angekündigt. Seit dem 28. Juli ist die Beta-Version nun online – wie fällt Ihr erstes Fazit aus?

Dan Maag: Wir sind mit dem Ergebnis extrem zufrieden und ahnen mittlerweile, dass wir einen Ansatz gefunden haben, um die Unterhaltungsindustrie grundlegend zu verändern. Vielleicht musste es wirklich ein Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche selbst und kein amerikanischer IT-Konzern sein, das nun über eine Plattform verfügt, die im Bereich Filmvermarktung alles verändern kann. Wahrscheinlich fehlte den großen amerikanischen IT-Konzernen, die den VoD-Markt gegenwärtig beherrschen, die DNA, um hier mit einem wirklich grundlegend revolutionären Ansatz anzutreten. PANTALEON Entertainment ist dagegen ein Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche. Wir produzieren seit vielen Jahren sehr erfolgreich Filme und wir wissen genau, was sich bei der Filmvermarktung ändern muss. Offensichtlich brauchte das System diesen Aufbruch von innen mit unserem Branchenwissen und unserer Erfahrung mit den bestehenden Vertriebsstrukturen. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, dass wir erkennen, mit pantaflix.com einen wirklichen „Game Changer“ am Start zu haben, auch wenn sich diese Situation für ein deutsches Unternehmen zugegebenermaßen ungewohnt anfühlt und wir im täglichen Geschäft oft auf Menschen treffen, die sich verwundert die Augen reiben angesichts der Tatsache, wer da mit einer derartigen Innovation im globalen VoD-Markt antritt.

Dan Maagfinancial.de: Wie hebt sich PANTAFLIX konkret von den großen Konkurrenten Netflix & Co ab?

Dan Maag: Pantaflix.com bietet auf beiden Seiten – also für Filmfreunde und User einerseits und Filmemacher und Produzenten auf der anderen Seite ein wirklich innovatives Produkt. User finden bei uns ein internationales Programm, das es in dieser Breite nirgendwo sonst gibt. Produzenten und Filmemacher sind über pantaflix.com erstmals in der Lage, ihre Produktionen mit wenigen Klicks einem weltweiten Publikum in mehr als 240 Territorien zeitgleich zugänglich zu machen. Dies ist mit keiner der bestehenden VoD-Plattformen möglich. Netflix und andere VoD-Anbieter arbeiten in der Regel wie ein digitaler On-Demand-TV-Sender, der teuren Content für einzelne Regionen und einen begrenzten Zeitraum erwerben muss. Dies ist extrem kostspielig und sorgt für gigantische Ausgaben bei den bestehenden VoD-Anbietern, die aus diesem Grund ihren Programmkatalog immer weiter verkleinern.

financial.de: Sorgt dieser Ansatz also auch für Unterschiede in der Größe des Filmangebots zwischen pantaflix.com und dem Wettbewerb?

Dan Maag: Die Unterschiede im Programmbouquet werden bereits mittelfristig sehr deutlich – zu unseren Gunsten. Während wir mit pantaflix.com den Ansatz verfolgen, wirklich alle Filme auf der Plattform zu haben, reduzieren sich die bestehenden Anbieter aufgrund ihres kostenintensiven Geschäftsmodells immer weiter und werden so für den Konsumenten immer unattraktiver. Im US-Katalog von Netflix waren im Januar 2014 noch 6.494 Filme abrufbar, im März 2016 hingegen nur noch 4.335. Das ist ein Rückgang um 33 Prozent in etwas mehr als zwei Jahren. Die Auswirkungen für die Kunden sind dramatisch: Von den 250 laut Internet Movie Database (IMDb) beliebtesten Filmen sind im Oktober 2016 nur 31 auf Netflix verfügbar. Wir erwarten in den kommenden drei Jahren bereits mehr als 200 der 250 beliebtesten Filme der IMDb-Top 250 auf unserer Plattform zu haben. Die Situation wird umso absurder, wenn man sich vor Augen hält, dass Netflix im kommenden Jahr sechs Milliarden US-Dollar für Content ausgeben will.

financial.de: Das heißt, Sie nehmen kein eigenes Geld in die Hand, um Filmrechte für die Plattform zu erwerben?

Dan Maag: Das ist richtig. Pantaflix muss keinen einzigen Euro in kostspieligen Content stecken, sondern ist direkter Vermittler zwischen Produzent und Filmfan. Wir bieten Filmemachern dabei die Möglichkeit, ihre Filme selbst bei uns einzustellen und teilen dann mit ihnen die Erlöse. Die Produzenten bekommen 75 Prozent, pantaflix.com behält 25 Prozent. Für die Produzenten ist dieser Revenue-Split revolutionär: In der Regel erhalten sie aufgrund der Struktur der bestehenden Vertriebslandschaft mit Zwischenhändlern und Plattformen regelmäßig nur bis zu 10 Prozent der Erlöse. Indem wir ihren Erlösanteil um das 7,5-Fache erhöhen, machen wir pantaflix.com zur attraktivsten VoD-Plattform der Unterhaltungsbranche – und das weltweit. Dies ist sicher der Hauptgrund, weshalb wir künftig auch von den großen Studios Content erhalten werden.

Devicesfinancial.de: Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Resonanz von den Produzenten? Diese müssten Ihnen doch die sprichwörtliche Bude einrennen?

Dan Maag: Die Resonanz der Branche hat uns völlig überwältigt. Wir haben unterschätzt, wie sehr wir mit unserem Produkt in der Unterhaltungsindustrie den Nerv der Zeit treffen. Nach aktuellen Hochrechnungen könnten wir bereits in 12 bis 18 Monaten über den größten VoD-Katalog weltweit verfügen. Das wird uns aus Konsumentensicht zur ersten Anlaufstelle für Filme weltweit machen. Auch wenn wir uns erst am Anfang unserer Reise befinden, so zeigt uns der Zuspruch der Branche und deren Bereitstellung von Filmen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die in einem Zeitraum von über einhundert Jahren gewachsenen Vertriebsstrukturen der Filmindustrie erstmals grundlegend aufzubrechen und durch unser digitales Modell zu modernisieren.

financial.de: Wie sieht der weitere Zeitplan bei PANTAFLIX aus? Wann werden die Vollversion und die iOS-App voraussichtlich verfügbar sein?

Dan Maag: Noch vor Weihnachten verlassen wir mit pantaflix.com den Beta-Status und schalten zahlreiche neue Features frei, wie beispielsweise „Collections“, die dem Konsumenten die Orientierung in der zur Verfügung stehenden Masse von Filmen ermöglichen. Auch wenn bei pantaflix.com eine gigantische Auswahl an Filmen verfügbar sein wird, soll der Nutzer immer ein Gefühl für die hohe Wertigkeit jedes einzelnen Filmes vermittelt bekommen. Ebenfalls im Dezember startet unsere iOS-App und sorgt dafür, dass pantaflix.com zusätzlich auf über einer Milliarde Endgeräten wie iPhones und iPads verfügbar sein wird – ein großer und sicher entscheidender Schritt für unsere Plattform.

Den vollständigen Text können Sie hier herunterladen: INTERVIEW

 

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.


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