MANAGEMENT INTERVIEW

10:09 | 11.11.2016
Softing AG: „Kernziele bleiben Wachstum und eine deutliche Verbesserung der Margen“

Die 9-Monatszahlen der Softing AG waren noch von Investitionen in den Mitarbeiteraufbau und in Produktinnovationen geprägt. „Aber gerade dies bildet den Treibsatz für unser Wachstum in den nächsten Jahren. Softing steht vor einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2017“, ist Vorstandschef Dr. Wolfgang Trier (Foto) im financial.de-Interview überzeugt.

Und auch die konjunkturelle Schwäche im US-Markt scheint nur temporär: „Softings starke Aufstellung in den USA ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Für 2017 und die Folgejahre sind wir optimistisch für unser US-Geschäft.“ Warburg Research sieht den fairen Wert der Softing-Aktie bei 17,50 Euro.

financial.de: Herr Dr. Trier, Softing hat soeben seinen Q3-Bericht vorgelegt. Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights in den ersten neun Monaten 2016?

Dr. Wolfgang Trier: Ohne Gewichtung fallen mir dazu spontan einige Punkte ein, etwa die Teilnahme der Softing Automotive an der Commercial Vehicle Konferenz in Chicago, wo wir unsere Kompetenzen und Produkte vor hochrangigen Vertretern der Fahrzeughersteller in mehreren Präsentationen und Fachvorträgen vorstellen konnten.

Die Gespräche mit Neu- und Bestandskunden weisen gerade im Segment Automotive auf interessante Aufträge hin. Weitere Highlights waren die überraschend starke Geschäftsentwicklung unserer Tochter Softing Italia sowie die sehr konkreten Verhandlungen in den USA mit einem Großkunden über die Aufnahme einer Softing-Produktfamilie in sein Produktportfolio. Das daraus erwartete Neugeschäft hat die Qualität, die Geschäftsentwicklung in den USA auf Jahre hinaus zu prägen.

financial.de: Der Umsatz ist in den ersten 9 Monaten 2016 leicht gestiegen, das EBIT lag jedoch erwartungsgemäß unter Vorjahr. Demnach kam die jüngste Schwäche im Auslandsgeschäft für Sie nicht überraschend?

Dr. TrierDr. Wolfgang Trier: Nein, wir hatten ja bereits mehrfach kommuniziert, dass im Vorjahresvergleich das Ausbleiben der starken Ertragsschübe der US-Tochter OLDI nicht auf einen Schlag kompensiert werden kann. Freude macht jedoch die Tatsache, dass die meisten anderen Gesellschaften über Plan liegen und sich nun auch bei OLDI eine Trendwende andeutet. Hinzu kommt, dass das EBIT in den ersten neun Monaten noch durch den Mitarbeiteraufbau sowie Investitionen in den konsequenten Ausbau unseres Produktportfolios belastet war. Aber gerade dies bildet den Treibsatz für unser Wachstum in den nächsten Jahren.

financial.de: Sie sprechen von einer „weiteren Verbesserung im US-Geschäft im dritten Quartal“. Welche Erwartungen haben Sie an die zukünftige Geschäftsentwicklung in den USA?

Dr. Wolfgang Trier: Wir gehen davon aus, dass die Konjunktur der Automatisierungsindustrie in den USA wieder anziehen wird. Zum einen sollte die politisch induzierte Unsicherheit durch die vollzogene Präsidentenwahl nun kurzfristig weichen. Zum anderen hat sich durch die Zurückhaltung in den letzten 12 bis 15 Monaten ein Investitionsstau gebildet, der in nächster Zeit schon allein durch die notwendigen Erhaltungsinvestitionen einen positiven Impuls auslösen wird. Entsprechend optimistisch sind wir für unser US-Geschäft für 2017 und die Folgejahre.

financial.de: Welche Auswirkungen erwarten Sie konkret von der Präsidentschaft Donald Trumps auf das US-Geschäft der Softing AG?

Dr. Wolfgang Trier: Softings starke Aufstellung in den USA wird durch den Wahlausgang in den nächsten Jahren sicher ein strategischer Vorteil sein. Wir können Produkte und Leistungen von unserer US-Tochter pflegen, weiterentwickeln und produzieren lassen. Softing-Produkte können so zu beliebigen Teilen als „Made in USA“ im US-Markt präsentiert werden. Aus einer Belastung wie in 2016 wird sehr schnell wieder das, was geplant war: ein echter Wettbewerbsvorteil.

financial.de: Sie sprechen die Konjunktur an: Wie konjunkturabhängig ist Softing generell bzw. speziell im US-Markt?

Dr. Wolfgang Trier: Natürlich ist auch Softing von den konjunkturellen Entwicklungen nicht ausgenommen. Seit der Verstärkung des US-Geschäfts, insbesondere durch die Übernahme von OLDI, haben wir die weltweiten Risiken jedoch deutlich gleichmäßiger verteilt. Damit haben wir uns im Gegenzug aber auch eine stärkere Abhängigkeit vom US-Markt eingekauft. Aufgrund der besonders hohen Renditen von OLDI in 2015 erscheint die Abhängigkeit in 2016 nun überproportional hoch. Mit Blick auf das Ganze ist Softing nun jedoch wesentlich breiter und homogener aufgestellt als noch vor wenigen Jahren.

financial.de: Im laufenden vierten Quartal legen Sie u. a. einen Schwerpunkt in Asien mit Seminaren und Schulungen bei bestehenden und zukünftigen Großkunden. Welche Bedeutung hat der asiatische Markt für Softing und wie sieht Ihre Vertriebsstrategie dort aus?

Dr. Wolfgang Trier: Wir sehen in Asien hoffnungsvolle Signale für ein nachhaltiges Wachstum unserer Aktivitäten. Gerade im Segment Automotive stehen einige asiatische Hersteller an der Schwelle zu Großkunden, die durch stetiges Geschäft jährlich mehr als fünf Prozent des Segmentumsatzes generieren. Hier öffnet sich für die von uns unterstützten Technologien ein Zeitfenster, das es zu nutzen gilt. Neben technischen Seminaren und Schulungen überlegen wir, in den asiatischen Märkten stärker unter der Dachmarke Softing Präsenz zu zeigen.

Den vollständigen Text können Sie hier herunterladen: INTERVIEW

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.


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